Das Gegenteil von Liebe ist: Angst

Gepostet von Barbara Spring am Freitag, September 11, 2015 Unter: Gefühle


Liebe ist eines der stärksten Gefühle. Wir alle streben danach, geliebt zu werden. Was bedeutet nun Liebe – ein paar Gedanken meinerseits – die Sie annehmen können oder auch nicht. Die Entscheidung liegt ganz bei Ihnen. Fast sicher haben Sie auch noch eigene Ideen, die Sie gerne für sich oder als Kommentar auf dieser Seit aufschreiben dürfen.

Liebe ist…

…sich selbst zu lieben, einen Menschen an der Seite zu haben der uns annimmt, wie wir sind. Liebe ist Gleichwertigkeit, Zuwendung, Verbindlichkeit, ErMUTIGung, Anerkennung, Respekt, Akzeptanz, Toleranz, Zweisamkeit, Hilfsbereitschaft, Zärtlichkeit, Sexualität. Erlebtes gemeinsam teilen und tragen, sich immer wieder positiv überraschen, gemeinsam Lachen und Trauern…

Liebe ist, den anderen nicht anders haben zu wollen. „Ich liebe dich nur, wenn du tust, was ich will, wenn du so bist, wie ich es will, wenn du dich so verhältst, wie es mir passt…“ das hat nichts mit Liebe zu tun.

Liebe ist gegenseitiges Verständnis. Sich gegenseitig verstehen zu wollen, echtes Interesse am anderen (nicht nur in sexueller Hinsicht) zu leben.

Liebe ist auch, verzeihen zu können. Schmerzhafte Erfahrungen kommen vor. Sie verletzen, tun sehr weh, hinterlassen oft ein Gefühl vom Alleinsein, vom nicht mehr gut genug zu sein. Verzeihen hilft, Türen für ein neues Wir zu öffnen. Verzeihen ist die Bereitschaft die Vergangenheit ruhen zu lassen.

Viele Menschen glauben, verzeihen sei eine Schwäche. So würde man dem anderen ja quasi sein OK zum "Fehlverhalten" geben. Nein, so ist das nicht. Verzeihen braucht Mut und bedeutet, die Entscheidung zu treffen, auch die eigenen Anteile an den aktuellen Vorkommnissen sehen zu wollen. Verzeihen heisst auch, nicht nach Schuld und Schuldigen zu suchen sondern den Weg für neue Lösungen, Gespräche, dem Wir, zu ebnen.

Was nutzt es an Wut, Zorn, Hass oder gar an Rache festzuhalten? Wird dadurch die Möglichkeit eines Neuanfangs – ob zu zweit oder auch alleine – besser?

Am Zorn festhalten ist wie Gift trinken und erwarten, dass der andere daran stirbt. (Buddha)

 

Angst treibt an – bloss auf die destruktive Seite des (Er-)Lebens

Angst ist ein ebenso starkes Gefühl wie Liebe. Niemand will Angst haben. Die "geheimen“ im Unterbewusstsein abgespeicherten Überzeugungen führen uns jedoch immer wieder dazu, dass wir schlussendlich genau das erleben, was wir ja eigentlich gar nicht wollen. Auch bezüglich der eigenen Beziehung. So kann die Meinung sein:

  • "ich bekomme immer was ich haben will - egal zu welchem Preis!"
  • "früher oder später werde ich sowieso wieder verlassen"
  • "ich kann machen was ich will, ich mache immer Zweite/r"
  • ...

Diese Grundüberzeugungen haben sich tief in uns abgespeichert und wir «glauben» ohne es zu wissen, unser Leben lang daran. Und das Verflixte daran ist, wir verhalten uns nach diesem «geheimen» Wissen – unbewusst. Und so kommt es, dass wir dann immer wieder kriegen was wir wollen… und links und rechts verletzen wir dabei unsere Mitmenschen und ecken ständig an, oder wir werden immer wieder verlassen und wissen nicht warum, oder wir machen ständig Zweite/r ob im Privaten oder Beruf und sind dabei fast am verzweifeln.

Wenn in einer Partnerschaft einer der Beiden aus der Reihe tanzt, fühlt sich der andere verletzt, entwürdigt, nicht mehr wichtig, nicht mehr gut genug... Und die Angst kommt. Bei beiden. Angst vor dem Verlassenwerden, dem Alleinsein, Angst vor Gesichts-/Kontrollverlust, Angst vor dem Verlust des Gewohnten… auch wenn dies nicht mal das Gelbe vom Ei war! Uns Menschen macht Neues und Unbekanntes, nicht Einschätzbares oft Angst. Wir haben noch keinen Plan, wie wir mit der veränderten Situation umgehen sollen. Wir gehen dann nach dem Motto: „lieber ein Schrecken ohne Ende als ein Ende mit Schrecken!“ Und nun übernimmt unser „Autopilot“. Wenn wir uns in die Enge getrieben fühlen, wir unter Druck kommen, reagieren wir wie damals, als wir drei, vier, fünf Jahre alt waren und gefühlsmässig ähnliches erlebten.

Wie frühe Kindheitserinnerungen unser Leben prägen

Damals, als wir klein waren, haben wir durch die Erwachsenen um uns herum gelernt, was wir über uns, andere, Männer und Frauen, über Beziehungen, über das Leben denken sollen. Sind wir mit ängstlichen, negativen Menschen aufgewachsen, haben wir womöglich so einiges an Negativem über uns selbst, andere, Männer und Frauen, über Beziehungen, über das Leben mitbekommen. Diese Grundüberzeugungen haben sich tief in uns abgespeichert und wir «glauben» ohne es zu wissen, unser Leben lang daran. Und das Verflixte daran ist, wir verhalten uns nach diesem «geheimen» Wissen – unbewusst.

Jeder Mensch erlebt sein (Er-)Leben durch den Filter seiner eigenen, ganz persönlichen Meinungen aus seiner frühen Kindheit. Von klein auf erschaffen wir uns - jeder für sich - ein System der eigenen, subjektiven Wahrnehmung.

  • so gibt es keine Objektivität
  • jede/r hat im ersten Augenblick aus seiner Sicht erst einfach mal "recht"
  • das Verhalten des Einzelnen macht für ihn / für sie in diesem Augenblick Sinn - ist für ihn / für sie absolut normal

Es ist hilfreich, in grosser Ehrlichkeit sich selber gegenüber das eigene (Er-)Leben immer wieder zu betrachten.

  • wer bestimmt mein (Er-)Leben (un)-bewusst? 
  • was erlebe ich immer wieder?
  • was will ich auf keinen Fall und doch passiert es mir immer wieder?

Durch die Bewusstwerdung haben wir immer wieder die Möglichkeit gezielt anders denken zu lernen, mutig Neues zu wagen. „So, wie ich bin, bin ich gut genug!“

Hat nun ein Mensch eine angstvolle Erwartung an das Leben, an die Zukunft, an Beziehungen etc. so wird er diese Angst durch sein Verhalten sich und auch seiner Umgebung unbewusst aufprägen. Sein Leben, seine Beziehungen, seine Zukunft sieht dann gefährlich aus. Er bringt sich selbst unbewusst immer wieder in für ihn belastende, gefährliche, beängstigende Situationen. Das ist seine innere, geheime Überzeugung des Lebens. In seiner Vorstellung wird er immer wieder – früher oder später – scheitern. Das Leben, das Erlebte wird als Last, Plage, Qual empfunden. Diese Menschen glauben nicht an sich, nehmen sich selbst nicht wirklich ernst und wahr.

Wenn ein Mensch dagegen überzeugt ist, dass alles gut wird, geht er in seinem Leben positiv und mutig voran. Diese Menschen projizieren ihre positiven Überzeugungen auf die Aufgabe, die vor ihnen steht. Das Leben, das Erlebte wird als Chance zur Veränderung, zum eigenen Wachstum empfunden. Die eigene Wertschätzung und Akzeptanz ist der Schlüssel zur Veränderung!

In der Individualpsychologie nennen wir dieses Verhalten Finalität.

Die eigenen Anteile erkennen wollen

„Ich erkenne meine eigenen Anteile am aktuellen Geschehen“. Denn alles im Leben basiert auf dem Gesetz der Resonanz. Wenn wir einen Stein in’s Wasser werfen, entstehen Wellen. Immer. Wir alle haben einen grösseren oder auch kleineren Beitrag an dem, was in unserem (Er-)Leben gerade passiert. Sich dessen bewusst zu werden bedeutet, die Verantwortung für sich und sein Denken – Fühlen – Handeln zu übernehmen. Denn dann können wir anders als bisher Denken, Fühlen und Handeln lernen!

„Ich bin gut genug so, wie ich bin. Ich nehme mein (Er-)Leben selbst in die Hand, bestimme die Richtung. Ich bestimme, wie ich über mich denken und wie ich mich fühlen will.“

Die eigene Geschichte bewusst schreiben

Das ganze Leben ist eine einzige Geschichte. Viele Menschen erkennen nicht, dass sie selbst die Autoren, die Regisseure sind und die Geschichte, Ihre Geschichte so schreiben können, wie sie es wirklich wollen. Selbstverständlich hat jede Kapitelveränderung, jedes neue Wort innerhalb der Geschichte seine Wirkung. Sobald wir unsere Geschichte umschreiben, sind wir dazu aufgefordert, für diese Entscheidung auch die 100%tige Verantwortung zu übernehmen.

Legen Sie die Opferrolle ab und schlüpfen Sie in die Gestalterrolle. Übernehmen Sie bewusst die Regie, werden Sie zum Autor Ihrer eigenen Geschichte!  

In: Gefühle 


Tags: liebe angst beziehung lösungen 

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