Ein Appell an die ErMUTIGung

Gepostet von Barbara Spring am Sonntag, März 19, 2017 Unter: ErMUTIGung


Quelle: Do All Things With Love message with blue heart cushions_Fotolia_© Melpomene_137732859_XS


Was fällt uns in vielen Fällen zuerst auf? Worauf legen wir unser Augenmerk? Auf Fehler, auf die Dinge, die nicht gut (genug) sind, auf Verhalten das uns nicht komod ist, wo wir unzufrieden sind – mit uns und mit anderen. Wir beschweren uns, reklamieren. Unter dem Deckmantel „ich meines es doch nur gut mit dir“ schreiben wir anderen vor, was für sie gut ist und entscheiden über sie hinweg. Wir untergraben damit mit jedem Mal ihr SelbstWERTgefühl, ihr SELBSTbeWUSSTsein, ihr Recht zur SelbstBESTIMMUNG. Und dann wundern wir uns, wenn es mit der Erziehung nicht so klappen will, wenn es in der Beziehung immer wieder scherbelt, wenn es in Teams kracht...

Was geben wir anderen mit der Haltung „ich weiss es besser als du“ für eine Botschaft?
Was geben wir anderen mit der Haltung „darf ich dir meinen Rat geben / ich möchte gerne mit dir darüber sprechen, wenn das für dich ok ist?“ für eine Botschaft?

Wir Menschen tun nichts ohne Grund, ohne Ziel. Wenn wir „es gut meinen“… was hat das alles mit mir selbst zu tun? Wenn ich anderen Vorschriften mache, ihnen ihr Urteilsvermögen abspreche und „für andere“ denke und spreche? Welche eigenen Grundüberzeugungen bestätige ich mir damit immer wieder? Welche eigenen Befürchtungen, Ängste verbergen sich dahinter? Was habe ich als Kind diesbezüglich erlebt und daraus geschlussfolgert? Was kompensiere ich, wenn ich andere tadle, zurechtweise, ihnen ihre Fehler vorhalte… an Stelle dass ich sie erMUTIGe, Fragen stelle, sie verstehen und vor allem auch unterStützen will? 

Wie geht denn ErMUTIGung?
ErMUTIGend zu sein macht Freude. Es ist eine bewusste innere Haltung die der Nährboden hin zu einem gesunden SelbstVertrauen und SelbstWERTgefühl ist. Glücksgefühle und Mut werden produziert. Bei beiden Parteien. ErMUTIGung gibt uns etwas vom Wichtigsten das wir im Leben brauchen: Mut! ErMUTIGt zu sein bedeutet, dass wir unsere Lebensaufgaben angehen und lösen, dass wir nach kreativen Möglichkeiten Ausschau halten, dass wir sowohl mit uns selbst wie mit anderen in wohlwollendem, liebevollen und vertrauensvollen Kontakt stehen und dabei sowohl die eigenen Grenzen wie auch jene des Gegenübers (aner-)kennen und respektieren. ErMUTIGung lässt Schwächen schwächer und Stärken stärker werden. ErMUTIGung lässt SelbstZweifel kleiner und SelbstVertrauen grösser werden. Wenn wir uns erMUTIGt fühlen, lassen wir das VerGLEICHen sein. Wir sind bei uns und sind gut genug so, wie wir sind. 


Quelle: forget about being perfect_Fotolia_© Marek_121732044_XS

"Betrachte den Menschen als ein Bergwerk, reich an Edelsteinen von unschätzbarem Wert.
Nur die Erziehung kann bewirken, dass es seine Schätze enthüllt..."
- Bahá'u'lláh -

Es gibt zahlreiche Weg zur Selbst- und FremderMUTIGung. Dabei geht es um eine bewusste wohlwollende, wertschätzende und verständnisvolle innere Grundhaltung - sich selbst und anderen gegenüber. Dem anderen – und sich selbst! – Mut machen wollen. Das Gefühl vermittelnd: „hei… auch wenn mir deine Handlung nicht so gefällt… DU als Mensch, als mein Kind, als mein Partner, als meine Mutter… - DU als Mensch bist mir wichtig. Ich hab‘ dich lieb! Ich unterstützte dich, wenn du das möchtest; ich bin für dich da“. Mensch und Handlung voneinander trennen.

Jeder Mensch jeden Alters benötigt ErMUTIGung. Den Grundstein zu einem gesunden SelbstWERTgefühl, SELBSTbeWUSSTsein und zur Fähigkeit zur SelbstBESTIMMUNG wird in den ersten Lebensjahren gelegt. In dieser Zeit lehren wir das Kind was es von sich denken soll, was es von sich halten soll. Ob wir dem Kind etwas zutrauen. Wir lehren das Kind, dass es üben darf, Fehler machen darf und dass das OK ist… um daraus zu lernen. Wir lehren das Kind dass wir unterstützend da sind. Nicht tadelnd. Wir lehren das Kind durch ErMUTIGung dass es an sich und seine Fähigkeiten glaubt. Wir lehren das Kind, dass es so wie es ist, gut genug ist. Wir geben dem Kind in den ersten Lebensjahren das Rüstzeug für sein weiteres (Er-)Leben mit auf den Weg.
Das Kind bildet aufgrund seiner Erfahrungen aus den ersten Lebensjahren den sogenannten Lebensstil. Es ist eine schöpferische Leistung eines jeden Menschen, die in dieser Zeit unbewusst vollbracht wird.

Das Selbstbild wird geformt: Wer / was bin ich? Ich bin klein, dumm, anders, krank. Ich bin geliebt, stark, klug. Ich bin etwas Besonders, einfach weil es mich gibt. …

Das Selbstideal wird geformt: Wie / was muss ich sein, um dazugehören zu können; um wertvoll, geliebt zu sein; um (m-)einen Platz zu haben? Ich muss schwach, stark, rebellisch, zurückgezogen sein. Ich muss immer im Recht sein. Ich muss mich anderen immer anpassen, Ich muss mich fügen, unterordnen. …

Das Frauen- und Männerbild wird geformt: Wie müssen Frauen / Männer sein? Frauen müssen das Sagen haben. Frauen bestimmen über mich. Frauen sind verständnisvoll. Männer dürfen keine Emotionen zeigen. Männer sind hart im Nehmen. Männer sind unsensibel.

Das Weltbild wird geformt: Die Meinung über alles was „nicht ich“ ist. Also die grundsätzliche Meinung zum Leben, zu Werten, Religion, Feuer/Wasser, Natur, Tiere, Ethik, Sexualität, Umgang mit anderen Kulturen, mit dem Fremden. ….

Aus all diesen Komponenten entsteht das „Deshalb“: Es sind die für den einzelnen Menschen privaten und logischen Schlussfolgerungen. Der Lebensstil ist geboren und jeder Mensch verhält sich – meist unbewusst – danach, sich diese Grundüberzeugungen, den eigenen Lebensstil immer und immer wieder zu bestätigen. Dabei spielt es keine Rolle ob auf der entmutigten oder erMUTIGenden Ebene. Es ist für den einzelnen Menschen eben so, wie es ist. Punkt. Ende. Aus.

Diese Grundüberzeugungen, der Lebensstil eben, entsteht aus Erfahrungen, Annahmen und Schlussfolgerungen des Kleinkindes.

Ich habe recht!
Die Wahrnehmung ist aus der ganz privaten Logik und der persönlichen Finalität gestrickt – sprich: wir verhalten uns unbewusst so, dass wir uns unsere Grundüberzeugungen immer wieder bestätigen werden.

In meiner persönlichen Wahrnehmung habe ich erst einfach mal „recht“. Es gibt keine Objektivität denn wir alle haben unsere eigene Kindheit, unsere eigenen Erfahrungen und somit unsere eigenen Schlussfolgerungen daraus gezogen. Jetzt sind wir dazu eingeladen, wenn wir miteinander nicht einverstanden sind, dies im Gespräch wohlwollend und gleichwertig zu besprechen. Einander verstehen wollen und dabei auch erkennen zu lernen: „was sind meine Ziele die ich hier, mit womöglich sehr viel Aufwand vertrete, verfolge und erreichen will? Was hat das alles mit mir selbst zu tun?“

Wir Menschen sind Entscheidungen treffende Wesen. Das ist gut. Denn das befähigt uns immer wieder bewusst zu entscheiden, wie wir mit uns selbst und mit anderen umgehen wollen. Wollen wir andere darin unterstützen dass sie ihr SelbstWERTgefühl, SELBSTbeWUSSTsein auf- und ausbauen können? Oder tun wir immer wieder das Gegenteil und entscheiden über andere hinweg, ihnen das Gefühl gebend, „es“ nicht zu können weil… mit dem Resultat, dass deren SelbstWERTgefühl, SELBSTbeWUSSTsein immer wie kleiner wird?

Ein Appell an die ErMUTIGung
ErMUTIGend zu sein macht Freude. Diese innere Haltung löst Glücksgefühle aus. Bei beiden Parteien.


Quelle: Enjoy The Little Things message with blue heart cushions_Fotolia_© Melpomene_138649852_XS

Im Kontext Eltern – Kind ist die Haltung der ErMUTIGung wegweisend. Regeln, Werte gehören da genauso mit dazu. Das Kind braucht klare Anhaltspunkte was ok und was nicht ok ist. Doch es braucht vor allem ErMUTIGung damit ein gesundes und starkes SelbstWERTgefühl, SELBSTbeWUSSTsein und die 
SelbstBESTIMMUNG entstehen kann. 

"Menschen benötigen ErMUTIGung wie Pflanzen Sonnenlicht und Wasser" 
- Rudolf Dreikurs - 

In: ErMUTIGung 


Tags: "ermutigende innere haltung als bewusste entscheidung" 

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