Eine Geschichte von einem kleinen Baum

Gepostet von Barbara Spring am Donnerstag, August 25, 2016 Unter: Selbstvertrauen

Alles, was einem Menschen gelingt, und alles, was ihm misslingt,
ist das unmittelbare Ergebnis seines Denkens.

(James Allen)




Ein Same liegt in der dunklen, feuchten, warmen Erde. Der Same weiss: es ist Zeit! Die Samenhülle bricht auf... unser Baum "kommt auf die Welt". Das Wachstum der Wurzeln beginnt unmittelbar nach der Geburt. Sie suchen sofort nach Nahrung, Wärme und Halt.

Der kleine Baum ist „geboren“. Noch so winzig und doch weiss unser Baum dass er nach oben, gegen das Sonnenlicht wachsen will. Unser Baum hat sich vorgenommen ein richtig grosser, starker Baum zu werden. Es dauert nicht lange und er streckt sein zartes Baumkrönchen durch die Erde gen Himmel und sein kleines Baumherz schlägt wie wild. Herrliche Gefühle überkommen ihn! Hallo Welt, ich bin da!

Nach einer Weile schaut sich unser Baum um und entdeckt um sich herum ganz viele andere Bäume. Und die sind alle soooo gross und stark! Viele lächeln, suchen den Kontakt und andere schauen griesgrämig und miesepetrig in die Welt. Unser kleines, zartes Bäumchen verliert fast den Mut und es beginnt zu zweifeln ob es jemals diese gigantische Grösse – aus seinem Blickwinkel sehen alle Bäume riesig aus – erreichen wird.

Die Wurzeln sind für unseren kleinen Baum enorm wichtig. Die Wurzeln haben ganz unterschiedliche Aufgaben. Zum einen geben sie Halt. Sie versorgen unseren kleinen Baum mit den notwendigen Nährstoffen in der aktuell benötigten Menge und Art. Es werden nicht immer dieselben Nährstoffe benötigt. Mal mehr davon, mal weniger hiervon. Entsprechend der momentanen Wachstumsphase und dem „Wetter“ rundherum. Viele Faktoren beeinflussen die Wurzelbildung. Sie sind auch ein Ressourcenspeicher. Energie wird, wenn sie nicht benötigt wird, abgespeichert. Wurzeln können auch schützen, beschützen.

Der kleine Baum wird mit Nährstoffen wie Halt, Geborgenheit, Nähe, Zuwendung, Wärme, Akzeptanz, dem Gefühl bedingungslos geliebt zu werden, Urvertrauen versorgt. All dies erMUTIGt unseren kleinen Baum wachsen und gedeihen zu wollen. Er stellt mehr und mehr fest, dass er den anderen Bäumen in vielen Dingen sehr ähnlich ist; doch es gibt auch Unterschiede und das ist gut so! Jeder Baum ist einzigartig. 

Bald einmal ist unser Neuling schon ein stattlicher junger Baum. Feste, starke Wurzeln halten jedem Sturm und Stürmchen stand.

ErMUTIGung braucht jeder Baum
Erste Blüten bilden sich. Oh… wie ist unser Baum stolz! Er gibt sich grosse Mühe dass viele seiner Blüten aufgehen und lange blühen. Und es freut ihn ungemein wenn andere Bäume dies bemerken, wohlwollend kommentieren. Diese Art der Aufmerksamkeit wirkt wiederum sehr erMUTIGend auf unseren Jungbaum. Andere sehen und respektieren ihn. Er gehört dazu; zur Baumgemeinschaft.

Es gibt halt auch andere Bäume; solche die mit unserem Jungbaum nicht wertschätzend umgehen, die ihn auslachen; aus was für Gründen auch immer; wer andere auslachen will findet immer Gründe. Oder sie lassen kein gutes Blatt an ihm. Hier zu dicht, da zu dünn… oder er steht einem anderen Baum vor der Sonne… Neid und Missgunst… all das schmerzt unseren Jungbaum sehr. Er möchte doch einfach sich selber sein können. Doch er ist nun mal hier geboren und kann nicht einfach so weg. Zum Glück hat unser Baum gute und nährende Wurzeln. So lässt er sich nicht weiter beirren und wächst und blüht mutig weiter.

Es gibt auch ganz alte, weise Bäume in der Gemeinschaft die unserem jungen Baum Lebensgeschichten erzählen. Er hört diesen Bäumen sehr gerne zu, denn auch wenn es „nur“ Geschichten sind, helfen sie ihm auf seinem Wachstumsweg. Sie erzählen wie es früher in der Gemeinschaft war, was sich verändert hat, was gleichgeblieben ist. Und diese erfahrenen, weisen Bäume lassen den jungen Baum auch wissen, dass es im Leben nicht nur darum geht der grösste, stärkste, schönste, grünste… Baum zu sein. Es geht vielmehr darum jeden Tag zu leben. Bewusst zu leben. Es geht nicht darum durch’s Leben zu hetzten, sich so viele Lorbeeren wie möglich zu holen, um der Anerkennung und dem Lob hinterher zu rennen. Es geht nicht darum so viele Früchte wie möglich zu horten… weil sie am Ende nutzlos sind.

Es geht darum als das zu leben, wozu unser Baum geboren worden ist; als eben diesen ganz speziellen, einzigartigen Baum. Es geht darum auf sich selbst zu hören, bei sich selbst zu bleiben. Es geht auch darum, anderen Lebewesen Schatten zu spenden, Schutz zu geben, sie unter seiner immer wie grösser werdenden Baumkrone ausruhen zu lassen und sie auch von seinen Früchten essen zu lassen. Und wer weiss; vielleicht wird sogar der eine oder andere Same von unserem Baum mitgenommen, weggetragen damit er anderswo keimen und wachsen kann.

Wurzeln
Beim Versuch sich selbst verstehen zu können ist es sehr aufschlussreich immer wieder an seine eigenen Wurzeln zurückzukehren. Hier finden wir ganz viele Antworten auf gestellte und auch ungestellte Fragen die uns immer wieder begleiten und beschäftigen.

Was bedeuten uns unsere Wurzeln?
Welche Nährstoffe haben wir erhalten, in uns aufgenommen?
Wo kommen wir her? Wo und wie sind wir die ersten Jahre aufgewachsen?  
Welche Gefühle werden ausgelöst? Welche Gedanken, welche Erinnerungen huschen uns durch den Kopf? Riechen wir gar etwas? Kommen uns Klänge, Stimmen in den Sinn? Wie alt sind wir bei diesen Erinnerungen?

Wie unser Baum können auch wir unsere eigenen Prägungen von früher, unsere Wurzeln, immer wieder betrachten und neu überprüfen. Wir können immer wieder neue Blüten produzieren, neue Früchte reifen lassen und wiederum neue Samen in die Erde pflanzen.

Vielleicht wird ein Ast mit der Zeit dürr… und an anderer Stelle gedeiht ein neuer Trieb der zum tragenden Ast wird. Wir lassen eine Verhaltensweise los um einer anderen Platz zu geben. Wir entdecken unsere Ressourcen und holen sie ans Tageslicht.

Wir leben. Wir wachsen. 

In: Selbstvertrauen 


Tags: wurzeln 

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