Wenn einer eine Reise tut...

Gepostet von Barbara Spring am Mittwoch, Januar 4, 2017 Unter: Lebensstil

Hier zum gleichnamigen Videoblog: https://youtu.be/mHDSdMomwBo 



Quelle: Fairy Tree In Mystic Forest_Fotolia_© Romolo Tavani_98859599_XS


Wie Märchen als Spiegel unserer selbst uns an unsere Kraftquellen und Ressourcen heranführen können.

Märchen, so könnte man auf den ersten Gedanken hin vermuten, sind einfach nur Märchen. Frei erfundene Geschichten. Doch ist das so? Aus welchem Grund erzählen wir Menschen uns seit jeher Geschichten? Gutenacht-Geschichten, Geschichten zur Unterhaltung, Sagen, Mythen, Märchen… Sie alle regen unsere Fantasie an, lassen uns in eine andere Welt eintauchen und lassen uns für einen Augenblick in Rollen schlüpfen, die wir uns sonst vermutlich nicht zutrauen. Wir sind frei darin, Märchen "nur" als Märchen sehen zu wollen... doch: in jedem Märchen ist eine Botschaft eingewoben... wenn wir sie erkennen wollen...

Welches war oder ist Ihr Lieblingsmärchen? Warum ausgerechnet dieses? Welche Geschichte erzählt dieses Märchen? Passt diese Geschichte ganz gut zu Ihnen und Ihrem Leben, Ihren Wünschen, Träumen? Wo finden sich die Parallelen in Ihrem eigenen Leben vs. dem Märchen? 

«Das Leben eines jeden Menschen ist ein von Gotteshand geschriebenes Märchen»
- Hans Christian Andersen -

Der Beginn, die Ausgangssituation
Viele Märchen beginnen mit «es war einmal…» Es gibt eine einleitende Phase, sodass wir uns überhaupt orientieren können. Menschen, Charaktere, Orte werden vorgestellt und bereits jetzt lässt sich erahnen, wem welche Rolle zugedacht ist... oder vielleicht ist es doch ganz anders, als zu Beginn vermutet? Wer weiss... wenn wir das Märchen weiterverfolgen, wird es sich herausstellen… also lasst uns eintauchen in diese fantastische (Lebens-)Welt.

Die Aufgabe oder auch «Notsituation»
Da ist diese verzwickte Situation. Oder einer zentralen Person «geschieht» etwas. Ein Held wird vor eine grosse Herausforderung gestellt. Nur er kann noch helfen, sonst… Er hat die Wahl, ob er diese Herausforderung annehmen will oder nicht. Manchmal erscheint im ersten Augenblick alles völlig hoffnungslos, unlösbar. Die Not ist gross, der Schreck sitzt tief, der Kummer nagt…

Der Weg führt in sein eigenes Innere hinab, die «Wanderung» zum Selbst
Ungewöhnliche Ereignisse tragen sich zu. Zuweilen sind gar mehrere miteinander verknüpft. Dies kann sein, dass es darum geht, eine Phase des Abschieds, der Trauer zu durchlaufen, um schlussendlich Raum für Neues schaffen zu können; los zulassen um weitergehen zu können. Oder unserem Helden werden Aufgaben, Prüfungen gestellt, die er zu lösen hat bevor… und seine Reise führt in an geheimnisvolle, verwunschene Orte, wo sonst kaum jemand hinkommt...

Wer unterwegs ist kommt immer wieder an einen Punkt wo er mit ungelösten Themen seines Selbst konfrontiert wird. Themen, die bisher nicht oder zu wenig bearbeitet worden sind und die immer wieder an die Oberfläche hochschwappen. Sie tauchen in «getarnter» Gestalt auf und lösen in uns einen Schrecken aus. Es stellst sich dann (wieder) die Frage: sich dem Thema mutig stellen vs. (wieder) die Flucht ergreifen?

Oft muss der Held in dunkle Gefilde hinabsteigen wo er schlummernde Gestalten aufweckt und gegen sie «kämpfen» muss. Es ist eine energieraubende, intensive Zeit. Oft ist es auch eine Zeit, wo sich der Held alleine fühlt. Vielleicht glaubt er auch, «sich beweisen» zu müssen. Er ist von seiner gewohnten Umgebung so weit weg, keiner bekommt die Kämpfe mit, die er auszutragen hat...

Unser Held wird an seine Grenzen geführt, glaubt zeitweise, der Aufgabe nicht gewachsen zu sein, «es» nicht zu schaffen. Doch tief im Inneren weiss er, dass er (s-)ein Ziel erreichen will und wird… und dies mobilisiert Kräfte, Durchhaltewillen, den Mut weitermachen zu wollen.

 

Wir alle sind die Helden unserer eigenen Geschichte. Wir alle gehen unseren eigenen Weg. Es geht ihn kein anderer für uns. Wir sind dabei nie alleine; wir haben immer WegBegleiter. Manchmal sind unsere Begleiter nicht sichtbar… doch sie sind da – bestimmt!

Unser Misslingen und Gelingen hängt von unserer Art des Denkens ab. Wir denken meistens in Dimensionen «was wir nicht wollen»… doch damit ziehen wir genau Das an. Wir bleiben dazu im Denken und Wünschen hängen und kommen nicht in die Handlung, nicht ins Tun… und verharren somit in der Tatenlosigkeit. Dies ist selbstverständlich auch eine Möglichkeit und mit der Zeit wird sich die Situation so oder so verändern. Bloss sind wir nicht selbst die Lenker, wir lassen uns von aussen lenken. Und staunen dann, wenn das Resultat nicht unseren Wünschen entspricht. Wer nicht lenkt wird gelenkt. Also machen wir uns auf den Weg und tauchen in die Tiefe ein! Seien wir offen für neue Sichtweisen, neue Lösungsansätze und neue Wahrheiten.

Wunderland

Heute gehen‘ wir spazieren im
Land unsrer Träume.
Immer dem Klang des
Lachens nach, dem Duft des Glücks.
Der Himmel ist märchenhaft blau.
Wir tun nur das, was das Herz begehrt.
Am Weg wachsen die schönsten Träume,
blühen auf und werden war.
- Jochen Mariss -

Es ist der Weg in die eigene, innere Tiefe. Wir scheuen ihn, denn wir wissen nicht, wohin er uns führen wird. Welchen «Ungeheuern» wir begegnen könnten. Unbekanntes säumt unseren Weg. Doch in dieser Zeit sind wir dazu eingeladen uns selbst zu reflektieren, uns selbst kritische Fragen zu stellen. 

  • Wie erlebe ich mich?
  • Wie erleben mich die anderen?
  • Wie erlebe ich die Umwelt?
  • Wie erlebe ich meine bisherigen Lösungen?
  • Welchen "Preis" habe ich bisher immer wieder bezahlt?
  • Welchen "Preis" will ich künftig bezahlen?

Die eigene Geschichte, die eigene Vergangenheit bewusst(-er) betrachten und daraus lernen wollen. Wie gelingt ein glückliches Leben? Was bedeutet denn für den Einzelnen «Glück»? Bin ich mit mir selbst im Reinen, im Frieden? Denn: alle Veränderung beginnt bei und mit uns selbst. Das Leben stellt uns immer wieder vor Aufgaben. Wie lösten wir diese Aufgaben bisher? Was könnten wir künftig anders machen?


Die Helfer, der Zauber(-er)
Hilfe kommt zuweilen unverhofft. Meist im richtigen oder «letzten» Augenblick. Die Helfer «berühren» in ihrer ganz eigenen, speziellen Art. Unser Held nimmt die Hilfe an. Er schöpft neue Kraft und der Mut kehrt wieder zurück. Jetzt gibt es kein Halten oder Zögern mehr. Der Held hat möglicherweise Kräfte zur Seite gestellt bekommen, oder er entdeckt an sich Fähigkeiten, von welchen er glaubte, sie nicht zu haben. Es gibt so viele Möglichkeiten wie Hilfe erlebt werden kann

So dürfen wir alle um Hilfe fragen, um Hilfe bitten und sie auch annehmen. Für Menschen, die davon überzeugt sind, alles alleine schaffen zu müssen, kann dies eine Herausforderung darstellen. Durch die Unterstützung und Hilfe anderer fühlen wir uns verstanden, ernst genommen und wir fühlen auch, dass wir nicht alleine sind. 

Die ErLösung, die VerWandlung
Unser Held hat auf seinem Weg Gefahren gemeistert, Aufgaben gelöst, Hindernisse überwunden. Er geht gestärkt und voller ErMUTIGung seinem Ziel entgegen. Er hat sich von seinen inneren Dämonen befreit oder sie zumindest deutlich in die Schranken gewiesen. 

Mit jedem Tag unserer Lebensreise sammeln wir neue Erfahrungen. Wie im Märchen befinden auch wir uns immer wieder in ganz bestimmten Phasen, haben unsere Abenteuer und Aufgaben zu bestehen und wenn wir bereit sind beginnt sich am Horizont ein (neuer) Weg, eine (andere) Lösung abzuzeichnen. In kleinen Schritten, Stufe um Stufe kommen wir aus der Tiefe hoch, zurück an die Oberfläche, zurück ins aktive und bewusstere (Er-)Leben.

 «…und wenn sie nicht gestorben sind...»

In: Lebensstil 


Tags: märchen "wiederkehrende (verhaltens-)muster" 

Kontakt

Individualpsychologische Beratung und Coaching für

Barbara Spring <img="Profilbild_Barbara_Spring.jpg" />
Rebenweg 5
3274 Bühl b. Aarberg
+41 79 455 49 64
spring.barbara@gmail.com

Ich freue mich auf Rückmeldungen und darauf, Sie kennen zu lernen!

<img="trustedblogs.jpg" />

Tags

Comment Box is loading comments...