Mit dem Vertrauen ist das immer wieder so eine Sache...

Gepostet von Barbara Spring am Mittwoch, November 2, 2016 Unter: Beziehungen

Hier geht es zum gleichnamigen Videoblog: https://youtu.be/PWRpbV5ASvs



Quelle: Wooden bridge in the clouds going to sunlight, concept_Fotolia_© peshkov_94389398_XS


Die meisten von uns haben vermutlich die Erfahrung gemacht, dass unser Vertrauen irgendwann irgendwie missbraucht worden ist. Vermutlich sogar mehrmals. Unnötig zu sagen, dass solche Erfahrungen sehr schmerzhaft sein können. Vielleicht haben wir immer noch Angst, dass sich Ähnliches wiederholen könnte… und haben daher Probleme wieder vertrauen zu wollen. Wir denken womöglich: "Wem kann ich vertrauen, und woher weiss ich, dass ich XY wirklich vertrauen kann?"

Wenn wir Frieden und Glück erfahren wollen, sollten wir lernen, (wieder) zu vertrauen 
Vertrauen ist eines jener Bedürfnisse, das wir nicht einfach überspringen können. Es ist ein entscheidender Bestandteil unserer Beziehungen; einige, ich zähle mich dazu, nennen es die Grundlage. Ohne sie ist es sehr schwierig, sich auf sich selbst, auf andere einzulassen und «einfach» nur zu lieben; schlussendlich sich selbst und das Gegenüber als gut genug annehmen zu wollen.

Mit diesem Blog habe ich die Absicht einen Beitrag dazu zu leisten.

"Selbstvertrauen gewinnt man dadurch, dass man genau das tut, wovor man Angst hat, 
und auf diese Weise eine Reihe von erfolgreichen Erfahrungen sammelt"
- Dale Carnegie - 

Vertrauen als eine Entscheidung
Es geht beim Vertrauen nicht darum, den perfekten Weg, den perfekten Menschen… etc. zu finden. Vertrauen heisst unter Umständen auch, wenn es schwierig wird, nicht aufzugeben. Bei Schwierigkeiten geben viele auf, ziehen sich zurück; weil die Angst hochkommt; weil wir nicht wissen was wir tun können, was als nächstes passieren wird, weil wir uns verletzt und unfair behandelt fühlen. Da scheint der Rückzug manchmal die einzige Möglichkeit zu sein. Doch wenn wir genau in solchen Momenten das Vertrauen, den Glauben an uns, an den anderen und an eine Lösung aufrecht erhalten, geben wir eine völlig andere Botschaft ab. Es ist die Botschaft der ErMUTIGung.

Also; wenn wir Angst haben zu vertrauen, was können wir tun? Es ist simpel. Wir können die Entscheidung treffen vertrauen zu wollen. Wir können die Entscheidung treffen, unseren Mut zu mobilisieren und voller Vertrauen in die Situation hineinzuspringen, einzutauchen. Glauben zu wollen. Vertrauen hat in meiner Wahrnehmung eine ganze Menge mit Glauben wollen zu tun. 

Glauben wollen
Wenn wir uns entscheiden, jemandem vertrauen zu wollen, bedeutet dies, dass wir an die Integrität dieser Person glauben. Wenn wir vertrauen glauben wir tief in uns daran, dass letztendlich die Absichten einer Person gut sind. Und es bedeutet gleichermassen auch, dass wir wissen, dass wir Fehler machen werden.

Wenn wir Angst haben, machen wir Fehler. Wir handeln aus unseren unbewussten Mustern heraus. Mit Fehlern meine ich; wir verletzen andere, wir handeln nicht aus unserer Mitte heraus, wir handeln nicht aus unserem Bewusstsein sondern aus unserem Unterbewusstsein heraus. Wir handeln «wie immer».

Angst lässt uns manchmal verrückte Dinge tun. Wenn wir mit uns ganz ehrlich sind so wissen wir, dass wir alle schon so einige verrückte Dinge getan haben, richtig?! Es ist nun einfach mal so… wir sind alle «nur» Menschen.

Gleichwertigkeit will trainiert sein
Wenn wir das realisieren und anderen gegenüber mit Mitgefühl begegnen, wenn wir stoppen zu urteilen und zu verurteilen… was wäre dann wohl alles möglich? Wie würden wir uns verändern? Wie würde sich unser Umfeld verändern? Was wäre unser Umfeld dann für ein Ort, wenn wir selbst und unsere Beziehungen mit Vertrauen erfüllt wären?

Vertrauen wir uns in erster Linie selbst, so erlauben wir uns damit, die Fehler – die eigenen und jene der anderen - mit etwas mehr Leichtigkeit zu sehen. Vielleicht auch mit einem Augenzwinkern oder einfach mit dem Wissen, dass wir alle Menschen sind und Fehler machen. Und wir daraus lernen können, daran wachsen können. Wenn wir wissen, dass, egal was unser Gegenüber, unser Partner tut, egal welche Herausforderungen dadurch entstehen, wenn wir wissen, dass wir als einzigartiges Individuum gut genug sind, so wie wir sind, dann werden wir gemeinsam auf gleichwertiger Basis Lösungen finden. Dann müssen wir nicht «recht haben» oder «recht bekommen». Dann müssen wir nicht kämpfen. Dann können wir die Andersartigkeit annehmen und die guten Seiten in uns selbst und im anderen erkennen resp. einander helfen, sie sehen und wachsen lassen zu wollen. Dann können wir uns vom BeWERTen und VerURTEILen lösen. Wir leben dann das Vertrauen nach aussen aus.

Wir dürfen erkennen, dass es beim Vertrauen haben und Vertrauen geben nicht darum geht, nie wieder negative Emotionen zu erleben. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Wo Schatten ist, ist auch Licht. Das eine kommt nicht ohne das andere aus. Doch man kann seine Position verändern damit der gefühlte «Schatten im Rücken» sichtbar wird, ins Blickfeld rückt. Und dann ist Vieles meistens nur noch halb so wild!

Vertrauen heisst auch nicht blind zu vertrauen. Ganz und gar nicht. Wenn wir uns selbst und anderen vertrauen wollen, können wir zum Beispiel sagen: «Ich weiss, dass du ein guter Mensch mit guten Absichten bist. Ich weiss, dass du von Zeit zu Zeit auch Angst haben wirst. Das ist normal und gehört dazu. Ich weiss dass du Fehler machen wirst. Ich bin da und werde dich mit meinen Möglichkeiten unterstützen, dich stützen. Sofern du das willst. Ich will dir in Gleichwertigkeit und Empathie begegnen. Denn ich will mit anderen so umgehen, wie ich will, dass andere mit mir umgehen; so, wie du bist, bist du gut genug».

Das ist eine starke Aussage und verlangt von uns Engagement und auch Mut.

 "Nichts kann den Menschen mehr stärken, als das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt"
- Paul Cladel - 

Wir alle haben Situationen erlebt, wo wir Angst hatten, wo wir verletzt worden sind oder wo wir verletzt haben. Doch ich möchte, dass egal wo Sie jetzt gerade sind, egal was Sie jetzt gerade tun Sie folgendes zu sich sagen: «Ich bin gut genug so, wie ich bin!»

Vertrauen Sie in sich. Glauben Sie an sich!

Wenn wir uns selbst vertrauen, an uns selbst glauben, bringen wir uns in die Lage, dieses Vertrauen anderen anzubieten. Es dient als Grundlage für dauerhafte, liebevolle Beziehungen.

 

P.S.
Denken wir beim Wort Beziehung nicht ausschliesslich an eine Partnerschaft. Wir haben mit uns selbst eine Beziehung, mit Vater, Mutter, Geschwister, mit den TeamkollegInnen, mit unseren Tieren… wir sind mit allen und allem verbunden.

Daniel O Ohue / Barbara Spring


In: Beziehungen 


Tags: vertrauen glauben 

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