Gipfelstürmer - jedem seinen persönlichen Berg

Gepostet von Barbara Spring am Donnerstag, September 1, 2016 Unter: Lebensstil

Wir sehen ihn vor uns, unseren ganz persönlichen Berg. Unser Ziel: zum Gipfel hoch. Manchmal scheint uns unser Berg so fern, der Gipfel so unerreichbar weit weg, (zu) hoch oben… die Luft zum Atmen zu dünn. Manchmal ist uns unser Berg ganz nah und wir haben das soeben zurückgelegte Stück Weg noch in bester Erinnerung. Manchmal fühlen wir uns ganz klein, unbedeutend, nicht stark und ausdauernd genug um den Berg weiter zu erklimmen. Manchmal fühlen wir uns stolz, mutig und voller Elan und wir gehen mit sicherem Schritt weiter dem Gipfel zu.

 

Was treibt uns an? Was erhoffen wir uns, wenn wir den Gipfel erreichen? Was ist unser „Lohn“? Was passiert mit uns, wenn wir eine unerwartete Rast einlegen müssen? Wenn der Weg nicht wie gewünscht verläuft, wenn wir einen Umweg gehen müssen?

Wer hat uns gesagt, dass es genau dieser Berg sein muss? Wer hat uns gesagt, dass wir den Gipfel erreichen müssen? Geht es im Leben darum, Gipfel zu erreichen?

Innere Antreiber
Nehmen wir uns doch einen Augenblick Zeit, kommen zur Ruhe und kommen mit uns selber in Kontakt. Kommen wir wieder einmal mit unserem inneren Kind in Kontakt und hören ihm wirklich zu. Was hat es uns zu sagen? Welche Sorgen und Nöte, welche Ängste plagen unser inneres Kind? Was braucht unser inneres Kind um sich gut und sicher zu fühlen? Wonach sehnt es sich? Was hat das alles jetzt mit unserem Berg, mit unserem Weg zum Gipfel zu tun?

Was ist die grösste Angst von unserem inneren Kind?

  • Die Kontrolle zu verlieren? Vom Weg abzukommen? Ständig vor Unvorhersehbares gestellt zu werden? Ausgelacht, nicht ernst genommen zu werden?
  • Überholt zu werden? Zu versagen, als Verlierer zu gelten? Nicht gut genug, „nur“ durchschnittlich zu sein? Sich nicht durchsetzen zu können? Ständig die Nummer Zwei zu sein?
  • Von aussen bestimmt zu werden? Nicht im eigenen Tempo gehen zu können? Keine Zeit zu haben; Eile, Hektik, Stress? Nicht geniessen zu können? Unter Druck gesetzt zu werden? Zu viel Verantwortung tragen zu müssen? Zu viel kooperieren zu müssen?
  •  Nicht Nein sagen zu können/zu dürfen? Sich nach anderen Meinungen, Vorgaben als den eigenen richten zu müssen, damit „die Kirche im Dorf“ bleibt? Nicht dazuzugehören? Um Zuwendung und Zugehörigkeit kämpfen müssen? Alleine zu sein? 

Wir haben alle unseren Berg. Wir alle gehen unseren Weg. 
Wir alle haben unsere bewussten und unbewussten Grundüberzeugungen, den sog. 1Lebensstil. Auf diese Grundüberzeugungen arbeiten wir grösstenteils unbewusst mit aller Konsequenz hin. Wir wollen immer wieder bestätigt wissen, dass unsere Grundüberzeugungen zutreffen.

Wenn wir mit unserem inneren Kind in Kontakt treten werden wir feststellen, dass diese Grundüberzeugungen in der Zeit der frühesten Kindheit entstanden sind. Auf dem Weg zum Gipfel rackern wir uns immer wieder ab, wollen uns immer wieder in derselben Weise beweisen… dass wir’s alleine schaffen, dass wir gut genug sind, dass wir erfolgreich sind, dass wir… Wir erhoffen uns Lob und Anerkennung, Wertschätzung, Respekt, Gemeinschaft, Unterstützung und immer wieder auch eine angenehme Portion Liebe.

Doch oft widersprechen unsere unbewussten Glaubenssätze eben diesen Zielen und wir erleben immer wieder das Gegenteil… und fragen uns: „Himmel Erde nocheinmal… warum?!“ Da kommt unser inneres Kind ins Spiel. Wir denken, fühlen und handeln so oft im „Kindmodus“ und bemerken es nicht. Unserem inneren Kind sollten wir (s-)eine Stimme geben, zuhören und verstehen wollen.
  Und mit ihm als liebevolle, erMUTIGende "Eltern" umgehen. 

Das innere Kind

Wir alle sind mit unserem inneren Kind unterwegs.

Bildung des sog. Lebensstils – es ist eine Grundeinstellung die über die gesamte Lebenszeit anhält. Die Bildung des Lebensstils beginnt bereits während der Schwangerschaft, setzt sich von der Geburt bis zum ca. 6. Lebensjahr jedes Menschen fort. Wir bilden uns eine Meinung über uns selber, über Männer, Frauen, andere Menschen, über Fremde(s), über das Leben grundsätzlich, über die Welt. Es sind innere Programme die wie bei einem Computer auf der Festplatte abgespeichert sind, mehr oder weniger viel «Speicherplatz» benötigen und wenn sie im Hintergrund aktiv werden, ganz viel «Arbeitsspeicher» benötigen; andere «Programme» werden in die Warteschlaufe verschoben.

Es sind für den Einzelnen bewährte Vorgehensweisen bestätigt durch die Erfahrung aus der eigenen Vergangenheit. Für uns ist dann klar: «so und nicht anders ist es immer wieder!»

«Ob man sein Leben lachend oder weinend verbringt  es ist die gleiche Lebenszeit»
Japanisches Sprichwort

Der Weg – ist er das eigentliche Ziel?
Wir wissen: auf diesen Gipfel, da wollen wir hin! Doch muss es diesen Weg sein? Es führen bekanntlich viele Wege nach Rom. Warum nicht einmal etwas Anderes als bisher ausprobieren? Wie wär’s wenn wir einmal etwas völlig Unerwartetes tun? Etwas, was wir von uns selber nicht erwartet hätten… und dann schauen wir mal wie es sich anfühlt. Zaubern wir uns womöglich damit sogar ein Lächeln ins Gesicht? Wie schön!

Bisher sind wir zu Fuss gegangen… wie wär’s mit Fliegen? Lassen wir uns von Wind und Wetter abhalten? Trotzen wir jedem Sturm und kämpfen uns mühsam vorwärts… eine Böe bringt uns zu Boden, wir stehen wieder auf… suchen kurz hinter einem starken Baum Schutz… und gehen weiter. Oder brechen wir unsere Reise immer wieder ab? Gehen wir weiter, wenn es wieder aufklart? Schliessen wir uns einer Seilschaft an? Glauben wir den ganzen Weg alleine gehen zu müssen?

Wie / woran orientieren wir uns wenn wir z.B. in der Wand sind? Welche Route wählen wir? Muss es die schwerste, herausforderndste Route sein? Gibt es nicht auch einen anderen Weg? Vielleicht etwas länger… doch weniger beschwerlich. Muss unser Weg mühevoll sein oder darf’s auch leicht gehen?

Was wartet auf dem Gipfel auf uns? Gibt es einen oder mehrere Gipfel? Teilen wir unseren Weg in Etappen ein?  Haben wir den Gipfel, das Erreichen des Gipfels als glasklare Vorstellung in unserem Kopf? Glauben wir daran, dass wir uns Ziel auch erreichen werden? Oder sind da diese Zweifel?

 

„Frage nicht deine Ängste um Rat, sondern deine Hoffnungen und Träume.
Denke nicht über Enttäuschungen nach, sondern über deine ungenutzten Möglichkeiten.
Denke nicht an das, worin zu versagt hast und gescheitert bist,
sondern welche Möglichkeiten dir noch offen stehen“

(Papst Johannes XXIII) 




In: Lebensstil 


Tags: den eigenen weg gehen 

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