Immer weitergehen

Gepostet von Barbara Spring am Freitag, Oktober 7, 2016 Unter: Selbstvertrauen
Hier geht's zum gleichnamigen Videoblog: https://youtu.be/e0W-eoAJ18k 


Wir Menschen sind Entscheidungen treffende Wesen. Wir treffen viele Entscheidungen. Täglich. Frühmorgens wenn der Wecker klingelt geht’s bereits los: „Soll ich aufstehen ja/nein?“. Bei grösseren Entscheidungen fokussieren wir alle Energie auf dieses eine Ereignis hin. Da gibt es womöglich eine Stimme in uns, die so mit uns spricht: „Was machst du da?! Was, wenn’s nicht klappt?! Dieser Schritt bringt nur Unglück, du wirst kläglich scheitern!“ In der Individualpsychologie sprechen wir von Lebensstil resp. Grundüberzeugungen.

Wo sind wir hineingeboren worden? Wie sind wir aufgewachsen? Was haben wir in den ersten Lebensjahren gelernt? Welche Meinung haben wir von uns selbst, von Frauen und Männern, von Fremden, vom Unbekannten und vom Leben? Welche Werte sind uns wichtig? Was ist für uns «normal»?

Haben wir z.B. eine angstvolle Erwartung an die Zukunft, so werden wir unsere Erlebnisse entsprechend designen. Unser Leben, unser Erleben sieht dann «gefährlich» aus. In unserer Vorstellung werden wir somit auch immer wieder «scheitern» müssen. Selbsterfüllende Prophezeiung nennt sich dieses Phänomen.
Wenn wir dagegen davon überzeugt sind, dass alles gut wird, gehen wir positiv und mutig voran. Wir projizieren unsere positive Überzeugung auf die Aufgabe, die vor uns steht.

Wir erleben die Welt durch den Filter unserer Meinungen über uns und die Welt. Von klein auf haben wir uns ein System der eigenen, subjektiven Wahrnehmung erschaffen. Jeder Mensch kann somit nur durch seine eigene subjektive Erfahrungs-/Lebensbrille die Dinge um sich herum sehen. Es ist so, als ob wir allem unser persönliches Lebenstatoo verpasst hätten.  Wir Menschen bilden in unseren Köpfen nicht die Wirklichkeit ab, sondern wir konstruieren die Wirklichkeit auf der Grundlage unserer eigenen Erfahrungen und Erwartungen. Was in unserer Vorstellung, in unserer Erwartung nicht passt wird passend gemacht!

Unser Selbstvertrauen. Nehmen wir eine Skala von 0 bis 10. 0 = kein Selbstvertrauen; 10 = ausgeprägtes Selbstvertrauen. Wo setzen Sie Ihr aktuelles Selbstvertrauen an? Wo wollen Sie hinkommen? Woran machen Sie Ihr Selbstveretrauen fest? Was trauen Sie sich zu? VerTrauen Sie sich?

Wenn man es trotzdem wagt
Und sich einen – sagen wir – Kindheitstraum erfüllt. «Ich muss die Veränderung XY in mein Leben bringen…». Dieser Gedanke, er lässt einfach nicht mehr los. Es ist wie ein inneres Reissen.

Wie reagiert das Umfeld auf unsere Idee? Abwertend, voller Wenn’s und Aber’s? Voller Ablehnung, Unverständnis ja womöglich mit Beschuldigungen auf Vorrat? Oder voller Neugier, Interesse und ErMUTIGung? Was tragen wir selber dazu bei, dass wir erMUTIGt sind und es auch bleiben? Welche Ressourcen, welche Stärken helfen uns dabei, unseren Plan in die Tat umzusetzen?

Wir starten mit unserem Vorhaben. Zu Beginn läuft alles ganz gut. Doch weil das Leben nun mal nicht linear verläuft tauchen früher oder später irgendwelche Unwegsamkeiten auf. Z.B. werden benötigte Ressourcen knapp oder es mehren sich unerwartete Probleme. Wir arbeiten, arbeiten, arbeiten; geben einfach alles und kommen dabei immer wie weniger zur Ruhe. Im Privatleben beginnt es womöglich auch zu kriseln, die sozialen Kontakte ziehen sich zurück, wir ziehen uns zurück... alle ziehen sich zurück. Ein Teufelskreis.

Rückzug als «Ausweg» aus Angst vor noch mehr Entmutigung
Anderen zuzuhören, sie zu erMUTIGen, sie zu stärken das ist etwas Wunderschönes. Doch können wir es auch bei uns selber? Wenn es uns nicht so gut geht? Können wir dann «neben uns treten» und uns selbst mehr Mut, Zuversicht, Kraft zusprechen? Gelingt es uns dann von alleine in Chancen und Varianten denken und handeln zu können? Oder übernimmt womöglich der entmutigte Lebensstil und wir hören unsere innere Stimme Dinge sagen wie: «Ich bin nichts wert!»; «Es war ja klar dass ich’s nicht packe!»; «Ich mache immer alles falsch!»; «Ich stürze ab!».

Und die Spirale dreht sich weiter. Nach aussen zeigen wir womöglich weiterhin unser Sonnengesicht, setzen unser Pokerface auf. Doch die anderen fühlen dass es uns nicht gut geht, versuchen vielleicht mit uns zu sprechen. Doch wir lehnen ab. Aus Angst noch mehr Ablehnung, noch mehr Entmutigung zu erleben.

So ziehen wir uns in die Einsamkeit zurück. In die äussere und innere Einsamkeit. In unseren Seelen wird es dunkel und unheimlich still. Vielleicht kommen schwierige Gedanken auf. Ein unsichtbares Monster reisst an unserer Seele herum. Der "Schmerz" ist unglaublich und manchmal kaum noch auszuhalten. "Wann hört das alles endlich auf?!" fragen wir uns in solchen Augenblicken. Weg, einfach nur noch weg. Alles stehen und liegen lassen... aufgeben. Alles gegeben, alles verloren. 

Entscheidung für die positive Qualität des eigenen Denkens
"Die Gedanken von heute sind das Erleben von morgen". 

Tja, wenn es uns nicht gut geht kommen uns solche und ähnliche Sprüche platt vor. Was soll es uns nutzen, wenn irgendwann ein schlauer Dichter Lebensweisheiten aufgeschrieben hat?!
Einiges! Denn es sind Weisheiten des Lebens. Sie sind nicht einfach so erfunden worden. Da ist viel Potenzial mit enthalten, welches wir für uns nutzen können.

Wenn wir denken, dass die Aussage: «die Gedanken von heute sind das Erleben von morgen» purer Blödsinn ist… wie denken wir dann? ErMURIGend? In Varianten, Chancen, Möglichkeiten? Erwarten wir Positives? Wohl kaum. Wir erwarten weiters Ungemach. Unbewusst. Dass allein das positive Denken nicht zur Lösung führt, ja, einverstanden; das Denken alleine macht’s nicht aus. Doch es ist der Beginn um in ein anderes Fühlen und somit auch in ein anderes, positiveres Handeln kommen zu können. Es braucht schon auch noch eine positive Handlung dazu.  Und noch eine, und eine weitere. Wieder in die Gänge kommen! Raus aus der Höhle! Mit grösster Wahrscheinlichkeit sind wir nicht die Ersten, die solche Phasen durchmachen. Also wie haben es die anderen vor uns geschafft? 

Wie sollen die anderen an uns glauben, mit uns erMURIGend umgehen, wenn wir es selber nicht tun?! Wenn wir nicht an uns selbst glauben (wollen)?!

Anmerkung der Autorin:
Kürzlich sagte mir jemand, ich sei unglaublich stur. Dennoch würde ich sehr geliebt, ich hätte
ein grosses und gutes Herz. Das war so schön und wohltuend!  So erMUTIGend. Warum? Mein Gegenüber bekam – wegen meiner Sturheit – nicht was erhofft wurde. Doch ich wurde weiterhin geliebt! Mensch und Verhalten voneinander trennen. Nicht verurteilen. Nicht bewerten. Nicht vergleichen. Ja, ich kann in der Tat stur, hartnäckig, unnachgiebig sein. Diese Eigenschaften mag ich an mir gerne. Denn sie sind es, die mir dabei helfen, durchzuhalten, immer wieder aufzustehen und weiterzugehen. Weitergehen. Bis zum Ziel.

 

„Kleine Taten, die man ausführt, sind besser als grosse, die man plant“
(George C. Marshall)

 

Herzblut und Begeisterung
Das Selbstvertrauen kommt aus seiner Kellerecke hervor sobald sich kleine und auch grössere Erfolgserlebnisse einstellen. Das kann ein Lächeln vom Gegenüber sein. Das kann der selbst gepflückte Feldstrauss sein den wir auf dem Bürotisch stehen haben, das kann ein freundliches Telefongespräch mit einem potentiellen Kunden sein. Das kann eine Kuscheleinheit mit der Katze sein, das kann ein Auftrag sein… Es gibt so unendlich Vieles, das uns ein Lächeln, ein gutes Gefühl geben kann. Wenn wir es sehen und zulassen wollen.

Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt, um alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen. Freundschaften, die gut tun, die tragend sind.

Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt, um mutig eine Richtungskorrektur vorzunehmen.

 

„Auf sieben fette Jahre folgen sieben magere Jahre;
auf sieben magere Jahre folgen sieben fette Jahre“.
(Quelle: In Anlehnung an: 1. Mose - Kapitel 41; Josef deutet die Träume des Pharao)

 

Was uns das Leben vermutlich immer wieder lehren will? Geduld mit sich, den anderen und den Dingen zu haben. Vertrauen haben zu wollen; in sich und seine eigenen Fähigkeiten. Vertrauen haben zu wollen; in die anderen. Vertrauen in das Leben haben zu wollen.

Und dabei jederzeit sein Bestes zu geben. Das ist dann gut genug.

Die Entscheidung liegt immer beim Einzelnen wie wir durch’s Leben gehen wollen, welche Entscheidungen wir treffen wollen.

 

«Ob man sein Leben lachend oder weinend verbringt – es ist die gleiche Lebenszeit»
(Japanisches Sprichwort)

In: Selbstvertrauen 


Tags: komfortzone mut weitergehen 

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