Das unsichtbare Schachspiel

Gepostet von Barbara Spring am Samstag, August 20, 2016 Unter: Selbstvertrauen



Instinkt - vertraue auf dein (Bauch-)Gefühl
Wenn es sich gut, richtig anfühlt… dann ist es das auch. Auch wenn der Kopf in allen Farben und Formen Gegenargumente aufführt… es ist die Angst die da spricht, Gewohntes zu verändern findet zuerst keinen Anklang. „Neuland“ in Sicht – Hilfe! wie sollen wir damit umgehen?!

In Momenten der inneren Unsicherheit halten wir uns sehr gerne an Bewährtem fest… auch wenn wir schon lange spüren, dass es nicht mehr stimmig ist. Doch wenigstens wissen wir wie wir damit umgehen können. Wir fühlen uns in „Sicherheit“ auch wenn es sich noch nie gut angefühlt hat oder schon lange nicht mehr gut anfühlt.

In Zeiten des Umbruchs begegnen wir unweigerlich unserem inneren Kind. Der Kleinen von damals… vier, fünf, sechs Jahre alt. Die Kleine hat Angst, will sich verkriechen. Bloss keine Experimente, wer weiss was da alles schief gehen kann… und dann die Blamage, die Strafe, die Demütigung! Oh nein… lieber alles beim Alten lassen! Weg mit diesem stimmigen Bauchgefühl – her mit dem zweifelnden Kopf! In solchen Momenten dürfen wir unsere Kleine an der Hand nehmen, sie beruhigen, ihr die Gewissheit geben, dass wir als Erwachsene das Steuer ganz fest in der Hand halten. Wir können unserer Kleinen voller Überzeugung sagen, dass wir alles Wissen, alles Können, alle Fähigkeiten und Fertigkeiten haben, um jetzt diesen wichtigen Schritt zu tun. Und wenn nicht, lernen wir beide gleich noch etwas Neues dazu!


Aktion und Reaktion
Keine Aktion ohne Reaktion. Egal was wir tun, es hat immer eine (Aus-)Wirkung auf uns und unser Umfeld. Wir sind wie mit unsichtbaren Fäden miteinander verbunden; ein unsichtbares Schachspiel… eine Figur bewegt sich auf ein anderes Feld… andere Figuren kommen ebenfalls in Bewegung. Positionen verändern sich.

In Bewegung kommen – es ist wie bei einem Mobile das auf den kleinsten Windstoss reagiert und in Bewegung kommt. Einmal von links, einmal von rechts…

Manchmal werden wir auch mit unerwarteter Härte auf uns selbst zurückgeworfen. Manchmal schleudert es uns für eine gewisse Zeit wie in einem Tumbler hin und her… doch diese Zeiten dauern nicht ewig an. Sie machen uns stark. Das Korn teilt sich von der Spreu. Die Qualität solcher Zeiten: wir können fühlen und erkennen, was für uns wirklich wichtig ist und welche Richtung wir entsprechend einschlagen wollen. In dieser Zeit kristallisiert sich ferner heraus, welchen Preis wir „zu zahlen“ bereit sind. Wie hoch ist der Preis für den Status Quo, für die gewünschte Veränderung? Wieviel sind wir bereit einzusetzen, was wollen wir investieren? „Was darf’s denn kosten?“

Aus Angst wird Mut
Sie ist da und gut spürbar, unsere Angst. Viele Fragen; was, wann, wo, wer, wie, warum, darf ich, wie soll ich…wir fühlen uns noch nicht ganz bereit. Zuerst muss noch dies oder das geklärt sein, die Zeit ist auch noch nicht gekommen um…, wir versuchen uns mit mehr oder weniger viel Aufwand im gewohnten Trott zu halten. Doch die innere Stimme wird immer wie lauter, immer wie fordernder. Und dann kommt dieses eine Ereignis das uns aus aufweckt, uns aus unserem Alltag reisst. Alles ignorieren hilft nichts mehr und die Veränderung ist unausweichlich. Wir kurbeln unseren ganzen Mut an und tauchen ein, lassen zu. Manchmal scheinen uns die Gefühle überrollen zu wollen. Aushalten und zulassen. Wir können den inneren Prozess nicht beschleunigen.

Wir erleben innere wie äussere Abenteuer, durchleben schwierige Zeiten, durchwandern womöglich das Tal der Tränen, eine Phase der (inneren) Trauer, viel Ungewissheit, vielleicht auch Wut oder Scham und immer wieder kehrt unsere Begleiterin, die Angst zurück.  Angst ist übrigens bei weitem nicht nur schlecht! Sie lässt uns auch immer wieder wichtige Fragen stellen, innehalten oder auch mal rennen was das Zeug hält. Bei allem was wir tun, egal wo und wie wir unterwegs sind; wir sind nie alleine! Nie. Wir haben stets Helfer an unserer Seite. Sichtbare und unsichtbare Helfer. Menschen die plötzlich da sind obwohl man schon länger keinen Kontakt hatte, die eigene Intuition und hin und wieder ist es gar das Universum persönlich. Ja und dann lichtet sich der Nebel wieder, wir sehen unseren Weg vor uns und wir wissen und fühlen: es ist gut. Wir haben einen weiteren, für uns wichtigen (Entwicklungs-)Schritt in unserem (Er-)Leben getan. Die Angst wird kleiner, der Mut grösser und stärker. Wir fühlen diese wunderschöne innere Wärme und ganz viel Zuversicht… pure (Lebens-)Energie wird freigesetzt und alles geht wieder deutlich einfacher. Wir dürfen stolz auf uns sein.

Nicht alle rufen „Hurra!“. Doch wir stellten uns die Preisfrage. Da gehört auch mit dazu sich klar zu machen, mit wem wir weiterhin unterwegs sein wollen. In welcher Intensität und in welcher Weise. Und mit wem eben weniger.

Getragen

Die Spinne seilt sich ab
hängt in der Luft
unbeweglich
leicht
entspannt.
Kein Faden ist zu sehen,
nichts, was sie hält.
Und doch muss es jene
unsichtbaren Fäden geben,
die sie halten, umfangen, tragen.
Wo immer sie auch ist.

(Quelle: Aus dem Buch: Nur einen Augenblick - Dem Leben begegnen im Moment
Sabrina Gundert / Susanne Sorgenfrei)

Gefühle als innerer Kompass
Gefühle bringen uns immer wieder in Aktion, sie bringen uns auf den Weg zurück. Wenn es sich nicht gut anfühlt, ist es meistens auch so. Wenn es sich gut anfühlt, ist es meistens auch so. Wir dürfen unsere Gefühle bewusst wahr- und annehmen. Uns auf sie verlassen. Gefühle sind unsere inneren treibenden Kräfte.

Wir sollen uns und unsere Gefühle ernst nehmen. Ihnen den nötigen Raum schaffen. Sie zulassen und auch erleben, was Gefühle mit uns machen.

Negativen Gefühlen geht ein negativer Gedanke voran.
Positiven Gefühlen geht ein positiver Gedanke voran.

Es geht jedoch nicht darum, dass wir uns jetzt sagen: «ok, dann denke ich ab sofort nur noch positiv und alles Negative verschwindet schwuppsdiwupps aus meinem Leben». Es geht vielmehr darum auch im Negativen das Positive sehen zu wollen. Wo Schatten ist, ist immer auch Licht. Wir können unsere Position verändern und plötzlich ist der Schatten nicht mehr vor- sondern hinter uns.

Es geht darum in Chancen, bunt und in Varianten denken zu wollen. Bewusst den Blickwinkel verändern und eine andere Perspektive einnehmen. Entsprechend vielseitig gestaltet sich die Gefühlspalette weiter aus. Als direkte folge davon kommen wir unweigerlich in ein anderes Handeln.
Wir lernen. 

In: Selbstvertrauen 


Tags: veränderung schwierige entscheidungen neuland 

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