Macht ist nicht gleich Macht

Gepostet von Barbara Spring am Sonntag, April 9, 2017 Unter: Selbstvertrauen

Hier gehts zum gleichnamigen Vidoeblog: https://youtu.be/Clp8dOuVNuU


Synonyme für Macht: Autorität, Befehlsgewalt, Einfluss(-nahme), Machtposition, Stärke, Leitung, Schwung…

Was löst bei Ihnen das Wort Macht für eine Assoziation aus? Womit verbinden Sie „Macht“?
Wir alle wollen uns in gewisser Weise machtvoll fühlen. Wenn wir uns mit uns selbst oder im Zusammenhang mit anderen Menschen oder mit Situationen machtlos fühlen, versuchen wir auf unsere Weise diesem Umstand zu ändern.


Quelle: Be the positive difference_Fotolia_© Marek_123569681_XS

Es gibt die natürliche, hierarchische Macht. Zum Beispiel hat das erstgeborene Kind als ältestes Kind eine natürliche Machtposition innerhalb der Geschwisterfolge. Der Teamleiter ist in einer Machtposition. Der Hockeycoach ebenfalls. In der Tierwelt ist es z.B. der Leitwolf mit der mächtigsten Position. Auch der Status innerhalb einer Gesellschaft wird mit Macht assoziiert. 

Dann gibt es die emotionale Macht. Emotionen sind etwas sehr Schönes. Mit Emotionen können wir uns gegenseitig erMUTIGen, beFLÜGELn. Schöne Emotionen lassen uns glücklich, fröhlich uvm. sein. Doch wenn Emotionen als Mittel zum Zweck eingesetzt werden – ob bewusst oder unbewusst – dann ist das nicht ok. Dann geht es um Manipulation z.B. mit Hilfe von Schuldgefühlen. Mit Strategien destruktiv emotionaler Macht wird versucht, andere zu beeinflussen u/o in eine gewünschte Richtung / hin in eine gewünschte Handlung zu steuern.

ErMUTIGende Macht verpflichtet zu Würde, Selbst- und FremdWERTschätzung und zu Verantwortung. Droht die Macht zu entgleiten startet unter Umständen ein inneres Programm; Ängste kommen hoch. Niemand will sich machtlos, ohnmächtig, ohne Macht fühlen und so kann es sein, dass wir destruktive Verhaltensmuster anwenden um doch noch an unser Ziel zu gelangen; zurück an die Macht.

Die erMUTIGende Macht führt, leitet. Sie lässt anderen ihren Platz. Sie bevormundet nicht, sie beFÄHIGt vielmehr. Sie lässt ein wohlwollendes, tragendes Miteinander zu wo jeder seine Stärken einbringen kann. Es herrscht eine Atmosphäre des gegenseitigen Respekts und der gegenseitigen ErMUTIGung und des Lernens.

Bei der entmutigenden Macht ist dies nicht möglich. Sie setzt unter Druck, verURTEILt, lässt kaum oder sogar keinen Raum für Anderes. Sie beWERTet, prangert an und lässt nur die eigene WAHRnehmung zu. In der Haltung der entmutigten Machtposition befindet sich der Einzelne in einer destruktiven, womöglich überdimensionierten Selbstverteidigungshaltung.

Fragen dazu: Wozu wollen wir in der Machtposition bleiben? Wo fürchten wir uns vor unserer eigenen Ohnmacht? Was macht es mit uns, wenn wir die Macht verlieren? Wer sind wir dann? 

 «Wir können nie verstehen,
welche Haltungen für einen Menschen charakteristisch sind,
wenn wir nur wissen, woher er kommt.
Wenn wir aber verstehen, wohin er geht,
können wir seine zukünftigen Schritte
und sein zielgerichtetes Handeln vorhersagen»
(Alfred Adler 1870 – 1937)

Die eigene Ohn(e)Macht
Wann haben Sie sich das letzte Mal ohnmächtig, ohne Macht gefühlt? Was wiederholt sich in solchen Situationen? Wo haben Sie sich in Ihrer Ursprungsfamilie ohnmächtig, ohne Macht gefühlt?

Wie schaffen Sie es, Situationen der Ohnmacht in Ihrem Heute, in Ihrem Alltag herzustellen? Und… was denken Sie, könnten Sie sich damit (unbewusst) immer wieder bestätigen wollen? Wo / womit trifft es Ihre Verletzlichkeit oder womöglich auch Ihre Wut?

Manchmal fühlen wir uns gegenüber einer erwarteten Situation machtlos. Vielleicht, weil dir denken, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein; weil wir garantiert scheitern werden… Ohnmacht, ohne Macht… dieses Gefühl ist so stark, es haut einen fast um. Der Puls rast, im Nacken gleichzeitig ein Brennen und Taubheitsgefühl. Die Hände zittern, der Bauch verkrampft sich, das Denken fällt schwer. Vor Augen taucht das erwartete Szenario auf. Alles aus. Alles verloren. Alles umsonst. Wie wir das hinbekommen? Ganz einfach: durch unser eigenes Denken. Wir malen uns in unserer Vorstellung unser Schreckgespenst detailgetreu aus… wir versetzen uns in die Lage „zu fühlen“ was alles schief gehen könnte… Worstcase pur. Jetzt kommt die Panik. Fluchtverhalten. Vielleicht auch Hyperaktivität; oder eben auch die destruktive Macht. Jede/r reagiert auf seine Weise.

Nutzen Sie die Macht der Gedanken! 
Handeln Sie nie aus Angst, Wut oder Liebe heraus. Sollten Sie sich ohnmächtig, ohne Macht fühlen... werden Sie ruhiger. Nehmen Sie sich aus der Situation heraus...ein, zwei Schritte zurücktreten. Atmen Sie. Einmal durch die Nase tief einatmen…. Luft anhalten… auf drei zählen… langsam durch die Nase wieder ausatmen. Dabei konzentrieren Sie sich auf die Luft, wie sie sich beim Einatmen in Ihrem Körper ausbreitet und beim Ausatmen Ihren Körper wieder verlässt. Kommen Sie zu sich zurück. Keine Suppe wird so heiss gegessen, wie sie gekocht wird. Beruhigen Sie sich ganz bewusst. So Sie erhalten "die Macht über sich" wieder zurück. 
Denken Sie daran: der Mensch ist ein Entscheidungen treffendes Wesen. Jede/r entscheidet selbst wie er/sie sich fühlen will. Durch seine Gedanken… die wiederum die Gefühle produzieren… und die uns dann in die Handlung kommen lassen. 

Fragen, die Sie sich stellen können:
In welcher Rolle befinde ich mich aktuell? In jener des inneren Kleinkindes oder als Erwachsene? Ist das, was ich da denke wirklich realistisch, zu 100% wahr? Wenn ja; was kann ich tun? Was würde ein guter Freund / oder ein Aussenstehender jetzt wohl raten? Was ist mir wirklich wichtig, was will ich erreichen?

Hör auf dein Herz. Lass den Kopf ruhen
Wozu das alles? Was bestätigen wir uns insgeheim mit unseren Verhaltensmustern immer wieder? Wie gehen wir in solchen Momenten mit uns selbst um? Wohlwollend? Streng? Lasch? Wo haben wir das gelernt? Wie sind unsere Eltern mit uns umgegangen? Wo haben wir uns in der eigenen frühen Kindheit machtlos und wo machtvoll gefühlt? Wozu gehen wir mit uns selbst so um, wie wir es „eigentlich“ nicht wollen? Was wollen wir anstelle? Was wäre ein möglicher Schritt in diese Richtung? 

Wir bewerten uns u.a. auch über die Position, die wir im Leben einnehmen. Soll das so bleiben? Könnten wir uns auch erlauben, gut genug zu sein?

Ohne Macht zu sein kann übrigens sehr entlastend wirken. Dann, wenn wir unsere Grenzen (an-)erkennen und uns mutig abGrenzen. Dann, wenn wir uns zurücklehnen und uns dazu entschliessen, die VerantWORTung nur für uns selbst zu übernehmen. Den Rest lassen wir dort, wo's hingehört: bei seinem Besitzer. 

«Du bist sehr machtvoll…
aber nur, wenn du weisst, dass Du’s bist»
 (Yogi Bhajan)

Im Augenblick der eigenen Ohnmacht glauben wir, von anderen als Schwächling wahrgenommen zu werden. Doch ist das Zeigen der eigenen Machtlosigkeit nicht gerade auch eine Stärke? Wen wir von uns selbst verlangen, immer und alles im Griff haben zu müssen... wie gehen wir dann mit uns um? Wo glauben wir stark sein zu müssen, quasi "die Macht über uns" haben zu müssen… und bürden uns damit eine Last auf, die wir auf Dauer nicht (er-)tragen können. 

Machen Sie sich nicht von der Meinung anderer abhängig sondern stehen Sie zu sich selbst. Damit übernehmen Sie die VerantWORTung für sich und machen sich von BeWERTung und VerURTEILung anderer frei.

Kein anderer als Sie selbst entscheidet, wer Sie sind, wer Sie sein wollen und wie Sie mit sich selbst umgehen wollen.

 «Erinnere dich,
dass alles nur Meinung ist
und dass es in deiner Macht steht zu meinen,
was du willst»
(Marc Aurel)

In: Selbstvertrauen 


Tags: "macht ist nicht gleich macht" 

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