Magie der Gedanken

Gepostet von Barbara Spring am Sonntag, November 1, 2015 Unter: Lebensstil
Wie wir mit Gedanken unsere Realität herbeizaubern

Der Winter kommt. Bald ist Weihnachten. Heute gibt es Blumenkohlsuppe. 
Was denken Sie jetzt gerade? Was assoziieren Sie mit diesen Aussagen? Welche Gefühle können Sie dabei wahrnehmen? Und was für eine Handlung folgt?

Wie unser "Denken - Fühlen - Handeln" funktioniert



Unser Gehirn ist vergleichbar mit einem Webstuhl. Die Gedanke sind die Fäden, die wir spannen, die Gefühle werden durch das Schiffchen repräsentiert und die Handlung ist das Weben an sich. Jetzt können wir uni oder bunte Fäden spannen, mehrere Schiffchen verwenden und auch da sind wir frei wie bunt wir arbeiten wollen. Entsprechend wird das Endprodukt sein. 

Oder etwas medizinischer erklärt: im Thalamus werden eingehende Informationen wie sehen, hören, schmecken, tasten, fühlen für das Hirn durch Nervenbahnen übersetzt. Diese Informationen werden auf einem kurzen Weg zur Amygdala (das ist der Ort wo die Gefühle zuhause sind) - auch Mandelkern genannt - und gleichzeitig zum Hippocampus (das ist der Sitz der Fähigkeit, Fakten zusammenzubringen und die Übersicht zu behalten) transportiert. Der Weg zur Amygdala wird in doppelter Geschwindigkeit zurückgelegt als zum Hippocampus. Deshalb kann es sein, dass eine emotionale Reaktion (Freude, Angst, Ekel, Liebe...) vor dem kognitiven Verstehen des Ereignisses kommt. So kann intuitives Handeln die erste Reaktion sein.

Quelle: http://home.arcor.de/eberhard.liss/hirnforschung/roth-gehirn+seele.htm

Ist die Information im Hippocampus angekommen, beginnt die Interpretation des Erlebten und es wird eine entsprechende Information an die Amygdala gesendet (z.B. mein Gegenüber gefällt mir = Herzklopfen, Erröten; verdorbenes Lebensmittel = nicht essen!; Ampel steht auf rot = warten...). 

Unsere Gedanken sind "hausgemacht"
Kein anderer kann für uns denken. Das ist unser Anteil, unsere Entscheidung und unsere Verantwortung. Durch unser Denken lösen wir immer Gefühle aus. Die Gefühle sind immer ein Produkt unseres Denkens und lösen immer eine Handlung aus. Es sind Zahnräder, die immer und immer wieder ineinander greifen. Unaufhörlich. Denken - Fühlen - Handeln. Ist die Erkenntnis, dass unsere Gedanken "hausgemacht" sind, nicht wunderbar?! Denn dadurch haben wir ja immer wieder die Wahl, was und wie wir denken wollen. Ob als Opfer, als Statist des (Er-)Lebens oder doch immer wieder, immer wie mehr, in Varianten, Möglichkeiten, als Regisseur des eigenen (Er-)Lebens. 

Wenn wir uns glücklich fühlen wollen, sollten wir auch in dieser Art und Weise denken. Denn unsere Gedanken gleichen einer imaginären Bestellung die wir unablässig aufgeben. Was wir erwarten, wird auch eintreffen. Was wir säen, werden wir ernten. Manchmal dauert es Jahre bis die Lieferung erfolgt. Doch sie erfolgt immer!
Das Leben gleicht einem Bumerang, einem Echo... alles was wir aussenden kommt (manchmal sogar verstärkt) zu uns zurück. Also überprüfen wir doch unsere Gedanken und lösen uns ganz bewusst von jenen, die nicht gut tun!
  • Ich bin zu gutgläubig - ich glaube viel zu schnell, hinterfrage nicht... und staune immer wieder Bauklötze wieso ich ständig Zweite/r mache
  • Ich bin einsam - also bin ich es auch
  • Ich muss immer um mein Recht kämpfen - und so kommt es dann auch immer wieder
  • Andere nehmen mich nicht ernst und tuscheln hinter meinem Rücken über mich - und genau das werde ich in meiner eigenen Wahrnehmung immer wieder erleben
Denken wir konkret so, wie wir uns fühlen wollen
Wenn wir denken: "ich will nicht unglücklich sein" kann unser Unterbewusstsein mit dem "nicht" nichts anfangen. Es blendet die Verneinung einfach aus und was bleibt übrig? "ich will unglücklich sein". Das ist dann die Botschaft, die wir aussenden und die Lieferung wird entsprechend sein. 

Also denken wir stattdessen: "ich bin glücklich, gesund, munter, positiv, stark, zufrieden, ich sehe die Chancen, ich kann Hilfe holen, Hilfe steht mir zu, ich bin liebenswert, andere sind liebenswert, das Leben ist eine Entdeckungsreise... ich bin gut genug so, wie ich bin". 

Jetzt mögen einige sagen, dass das ja viel zu einfach ist, "nur" das eigene Denken zu verändern. Tja... wenn's so einfach wäre, an die neue Denkweise auch wirklich glauben zu wollen, wäre dieser Blog nicht entstanden. Da kommen Kräfte in Gang, die wollen, dass wir so bleiben, wie wir bisher waren. Das innere Team zum Beispiel. Plötzlich vernehmen wir Gedanken in uns wahr, die sagen: "Ach, was willst du dich jetzt noch ändern... es ist ja immer wieder gegangen" oder "Glaubst du allen ernstes, dass du dich noch ändern kannst?! Du bist, wer du bist. Schlag dir das aus dem Kopf!" oder "Was passiert überhaupt, wenn du dich veränderst? Dann lassen dich womöglich alle fallen. Alle Sicherheiten, die du kennst, gehen flöten!" und, und, und...

Und schon geben wir wieder nach, denn die inneren Warnungen klingen allesamt logisch. Und bleiben als Konsequenz in unserem alten - ach doch so verhassten - Trott hängen. Schade. 

Eine Zugreise



Veränderung braucht Mut. Manchmal sogar richtig viel Mut. Aus meiner Sicht lohnt es sich allemal. Es ist wie auf einer Zugreise. Bei unserer Geburt steigen wir in einen Waggon ein und in den Abteilen sitzen bereits andere Fahrgäste. Wir suchen uns unseren Platz. Dann steigen welche aus, andere neu dazu, wir setzen uns vom Gang ans Fenster, kommen mit einigen in Kontakt mit anderen nicht. Im Bahnhof werden Waggons ab- und andere angehängt, es gibt eine Weichenstörung und der Zug fährt einen Umweg. Auf der ganzen Reise warten neue Begegnungen, Überraschungen, Gewohntes, Trauer und Freude auf uns. Ein Speisewagen kommt hinzu und wir können uns verpflegen (reale Verpflegung und auch Seelennahrung). Wir finden neue Weggefährten, Sehnsüchte werden erfüllt und bleiben zugleich ein Leben lang. Manchmal werden wir auch ganz bestimmte Menschen im Zug suchen, sie auch finden und enttäuscht feststellen, dass der Platz bei ihnen bereits vergeben ist. Unsere Reise ist voller Herausforderungen, Träume, Wünsche, Hoffnungen, Abschiede, Tränen, Glück, Liebe. 

Natürlich können wir auch während der ganzen Reise auf unserem Platz sitzen bleiben. Wir werden auch so Menschen kommen und gehen sehen. Doch unser Anteil dabei ist passiver Art. Wir bestimmen nicht mit, wir lassen bestimmen. Das ist selbstverständlich auch eine Möglichkeit. Diese Entscheidung trifft immer wieder jede/r für sich. Bloss wenn wir uns entscheiden unser Leben lang an uns! nichts verändern zu wollen, denke ich, dürfen wir auch nicht klagen, wenn's immer wieder so kommt, wie wir "eigentlich" nicht wollten...aber...

Manchmal haben wir auf die Situation an sich wirklich keinen Einfluss. Aber wir können immer entscheiden, was wir daraus machen, was wir daraus lernen wollen.

" Die letztendliche Freiheit, die letzte Freiheit, die wir haben
und die uns niemand nehmen kann, ist die Fähigkeit
unsere Einstellung zu einer gegebenen Lebenslage selbst zu wählen"
(Viktor Frankl)

"Ergib dich nicht der Stimmung dessen, der dich beleidigt, 
und folge nicht dem Weg, auf den er dich schleppen möchte"
(Marc Aurel)

In: Lebensstil 


Tags: denken fühlen handeln denkweise 

Kontakt

Individualpsychologische Beratung und Coaching für

Barbara Spring <img="Profilbild_Barbara_Spring.jpg" />
Zälgli 21
3274 Bühl b. Aarberg
+41 79 455 49 64
spring.barbara@gmail.com

Ich freue mich auf Rückmeldungen und darauf, Sie kennen zu lernen!

<img="trustedblogs.jpg" />

Tags

Comment Box is loading comments...