Wie geht es dir?

Gepostet von Barbara Spring am Montag, November 16, 2015 Unter: Gewohnheiten ändern

Mit der FORMulierung unserer Aussagen bestimmen wir für die Form unserer Gedanken


Wenn uns jemand fragt, wie es uns geht, sagen mir meist automatisch: „gut“, vielleicht auch „es geht so“ oder auch „na ja, man macht, was man kann“. Dazu noch die passende Körperhaltung: die Schultern leicht nach vorne gebeugt, ein hängender Kopf, das Kreuz ist krumm, der Blick zu Boden gerichtet, das Gesicht angespannt, kein Lächeln… und wir fühlen uns in der Tat so, wie wir gerade gesagt haben: „es geht so…“. 

Mit der FORMulierung unserer Aussagen bestimmen wir für die Form unserer Gedanken, unserer Gefühle und unserer Handlungen
Warum sagen wir nicht, wie es uns gerade wirklich geht?! So könnte eine mögliche Antwort lauten: „Danke für dein Interesse. Nun, ich bin gerade sehr aufgeregt, etwas unter Druck, unsicher, freudig, munter, hektisch, glücklich, eifrig…“. Und dann nehmen wir dazu eine bewusst positive Körperhaltung ein. Immer: Egal ob wir gut drauf sind oder nicht! Gerader Rücken, Schultern nach vorne, Blick geradeaus, ein Lächeln auf den Lippen (das kann man wollen!), klare Stimme… und obwohl wir uns vielleicht gerade etwas unter Druck fühlen, fühlt es sich längst nicht so drückend an.


Es gibt Zeiten, da kommt uns das Leben in der Tat wie „geschüttelt und gerührt“ vor. Manchmal. Wenn wir diesen Umstand auch noch mit Worten und der Körperhaltung untermauern, verstärken wir dadurch das „geschüttelt und gerührt-Gefühl“ nur noch.

Es geht auch – nicht immer, aber immer öfter - anders!
Wenn wir lernen, unserem Gegenüber zu sagen, wie wir uns fühlen, ist der springende Punkt der, dass wir unsere innere Haltung verändern. Wir nehmen uns ernst! Wir hören uns selber bewusst zu. Wir nehmen uns selbst, unser aktuelles Empfinden bewusst wahr. Und dabei können wir auch erkennen, ob wir mehrheitlich den negativen Gefühlen und Äusserungen die Oberhand geben. Denn auch das können wir trainieren: wenn wir einen eher mässigen Tag haben können wir dieses Erleben mit entsprechender Wortwahl noch toppen oder aber einfach annehmen wie es ist. Punkt. So können wir sagen: „du, heute ist mein „ich-fühle-mich-mässig-Tag – das eine oder andere ist nicht nach meinen Vorstellungen gelaufen. Dennoch fühle ich mich gesund und zufrieden“.

Nicht beim Standard bleiben und mit „gut“ oder „schlecht“ antworten. „Gut“ und „schlecht“ sind keine Gefühle
Die Haltung unseres Umfelds wird sich uns gegenüber mit der Zeit ebenfalls verändern. Beim ersten Mal wird diese – wohl noch ungewöhnliche – Antwort auf Erstaunen, vielleicht auch auf Irritation stossen. Nach und nach jedoch können vertiefende Fragen entstehen: „wie geht es deinem Rücken heute? Hast du letztes Mal dein bevorzugtes Gastgeschenk gefunden?“ So signalisieren wir echtes Interesse. Und ist es nicht das, was uns wieder näher bringt? Sich für den anderen zu interessieren, sich für ein Gespräch - sei es auch nur ein kurzes - Zeit zu nehmen, wissen zu wollen, was gerade wichtig ist, was bewegt, wo der andere steht.

Bewusstes FORMulieren
Bauen wir also unsere Gedankenautobahn um. Legen wir neue Pfade in unserem Gehirn an…verbinden wir die Synapsen neu und lernen bewusst zu FORMulieren.

Ein paar Beispiele wie eine neue FORMulierung lauten könnte:

Negative FORMulierung

Neutralere FORMulierung

Depressiv, bedrückt, melancholisch, verstimmt

Bin gerade neben der Spur... ist spannend da!
Heute ist mein melancholischer Tag, h
eute begleiten mich ein paar Stunden Seelenblues (weil…), ich bin in einer Nachdenkphase, ich bin heute etwas dünnhäutig, meine Seele zieht gerade mal den Schleier vor

Leichtgläubig

Vertrauensvoll, schenkt das Vertrauen, glaubt an das Gute,
weichherzig, gutmütig

Nicht zuhörend

Braucht besonders klare Informationen

Egoistisch

Kennt seine eigenen Bedürfnisse,
setzt sich für seine eigenen Bedürfnisse ein

Eifersüchtig, neidisch

Hat Angst vor Verlust, sensibel

Empfindlich, heikel

Sensibel, hat feine Antennen, empfindsam

Faul, bequem

Legt ab und zu den Schongang ein, legt hin und wieder eine Pause ein

Geizig, berechnend

Sparsam, genau

Schlapp, müde

Die Energie lässt nach, auf Sparflamme

Schüchtern

Bescheiden, vorsichtig, zurückhaltend, umsichtig beobachtend, abwägend, wird erst nach guter Überlegung aktiv

Stur, dickköpfig

Geradlinig, wissen worauf es ankommt, nicht wankelmütig

Ungeduldig, gehetzt

Begeisterungsfähig, engagiert, aktiv, nicht gleichgültig, aktiv

Unselbständig, abhängig

Schutzbedürftig, unsicher

Verschlossen, unzugänglich

zurückhaltend, nicht auftrumpfen/dominieren wollen

Verschwenderisch

Grosszügig, spendabel, wohltätig, hilfsbereit

Zurückhaltend, reserviert

Beobachtend, umsichtig, überlegt, verschwiegen


Was immer wir über uns und das Leben denken, wird für uns wahr werden. Werden wir uns also unserer Wortwahl, Gedanken und Grundüberzeugungen bewusst, denn sie sind das Saatgut für die Ernte von morgen.

Woran auch immer Sie denken – es ist, als würden Sie Ihr zukünftiges (Er-)Leben planen.

Wenn Sie sich Sorgen machen, planen Sie Sorgen.
Wenn Sie wertschätzend sind, planen Sie Wertschätzung.
Wenn Sie abwertend sind, planen Sie Abwertung.
Wenn Sie freudvoll sind, planen Sie Freude.
Wenn Sie ärgerlich sind, planen Sie Ärger.
Wenn Sie liebend sind, planen Sie Liebe.

Wenn Sie…, planen Sie…

Was planen Sie?

Also wie wollen Sie künftig antworten, wenn Sie jemand fragt, wie es Ihnen geht?


In: Gewohnheiten ändern 


Tags: wortwahl formulierung sprechen bewusstheit 

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