Mit Worten gestalten wir unser (Er-)Leben

Gepostet von Barbara Spring am Freitag, September 23, 2016 Unter: Denken - Fühlen - Handeln
Hier geht's zum gleichnamigen Videoblog: https://youtu.be/ZlxnylLKdhc


Bei der WortWahl geht es nicht um Wortklauberei. Worte lösen Assoziationen aus. Welche Haltung, welche Meinung wir uns selbst gegenüber haben; welche Meinung wir von anderen, vom Leben haben. Welche Erwartungen wir haben. An uns, an andere, an das Leben. Was wir erwarten zu erleben. All diese Grundüberzeugungen sind in unserem Unterbewusstsein, auf unserer "Festplatte" abgespeichert. 

Viele Menschen verarbeiten ihre Lebenserfahrungen indem sie sie aufschreiben. Als Gedichte, Geschichten oder auch in Form von Liedern. Oft lösen diese Geschichten oder Liedtexte Sehnsüchte in uns aus; so wie wir gerne sein möchten und es aus irgendeinem Grund nicht sind, es einfach nicht schaffen… weil es eben "nur" ein Traum ist und wir nicht wirklich an die Realisierung glauben. So bleibt es eben bei der Geschichte, beim wunderschönen, berührenden Lied… und wir bleiben in unserer Sehnsucht hängen. Wir trauen uns nicht zu, unseren eigenen Traum in die Wirklichkeit umzusetzen. Wir entmutigen uns mit den eigenen Worten und bemerken es nicht.

Lieblingslied
Haben Sie ein Lieblingslied? Singen Sie den Text voller Inbrunst mit? Im Auto, unter der Dusche, während dem Sie kochen? Bilder erscheinen vor Ihrem geistigen Auge, Emotionen werden ausgelöst, vielleicht kommen Erinnerungen hoch oder eben, eine Sehnsucht wird geweckt. Sie kennen jedes Wort. Verstehen Sie die Worte auch? Ich meine „verstehen“ im sprachlichen und vor allem im eigentlichen Sinn. Welche Geschichte erzählt Ihr Lieblingslied? Ist es eine schöne oder eine traurige Geschichte? Was ist die Botschaft? Welche Botschaft geben Sie sich mit diesem Lied selber?

Fragen wir uns doch einmal: wie oft singen wir Lieder mit, ohne uns über die Worte, die wir dabei benutzen, wirklich Gedanken zu machen?

«Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten
Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Handlungen
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden zu deinem Charakter»
(Talmud)

Worte prägen, Worte wirken assoziativ
Man kann vieles zurück nehmen. Das einmal ausgesprochene Wort nicht. Auch das gedachte Wort ist "gesagt". Die Worte, die wir verwenden werden zu unserer eigenen Wahrheit. Unser Unterbewusstsein „glaubt“ was wir ihm sagen. Und wir verhalten uns auch entsprechend danach. Wir wollen uns ja unsere Überzeugungen schliesslich immer wieder bestätigen. 

Was wäre denn - nur einmal angenommen -  wenn wir damit beginnen, bewusst über unsere WortWahl nachzudenken? Was wäre denn, wenn wir uns ganz bewusst dazu entscheiden würden, positive, tragende, erMUTIGende Worte benutzen zu wollen? Jeder hat für sich selbst die Macht zu entscheiden, wie er/sie denken, fühlen und handeln will.  

Wie sieht Ihr WortSchatz aus? Worte als inneren Schatz. Allen steht dieser Schatz zur Verfügung! Tauchen wir ein in die unendlichen Möglichkeiten der WortWahl. Wir sind völlig frei darin! Machen wir ein Spiel daraus indem wir täglich bewusst positiv, aufbauend sprechen und denken. Und werden ein Profi darin. Das heisst nicht, dass wir so das Negative aus dem Leben verbannen können. Das wäre eine Illusion. Doch wir können uns dazu entscheiden, bewusst dem Positiven deutlich mehr Raum und Platz zu geben.

Worte die entmutigend auf uns wirken:
Nie, immer, alle, keine, aber, eigentlich, sollte, müsste, würde, könnte, nein, nicht…

Entmutigende Denkweisen: 

  • Eigentlich geht es mir gut aber…
  • Wenn ich könnte würde ich schon, aber…
  • Ich habe es schon so oft versucht aber…
  • Ich kann das nicht
  • Ich weiss nicht wie
  • Ich traue mich nicht (ich vertraue mir nicht)
  • Du kannst schon sagen! Du hast ja schliesslich diese Ausbildung, nicht diese Voraussetzungen wie ich…
  • Was würden die anderen von mir denken wenn ich…
  • Was würden die anderen sagen?!
  • Wieso immer ich?!
  • Muss das denn jetzt sein?! 
  •  

Worte die erMUTIGend auf uns wirken:
Alle konkreten Worte wie; ich gehe, mache, sage, tue, starte damit. Wenn wir sagen/denken was wir nicht wollen... erreichen wir genau das damit. Ein Beispiel: "ich will nicht unglücklich sein" heisst nichts anderes als: "ich will unglücklich sein". Das Unterbewusstsein kann mit dem "nicht" nichts anfangen. 
Also: sagen Sie was Sie wollen: "ich will glücklich sein"

ErMUTIGende Denkweisen:

  • Ich bin gut genug so, wie ich bin
  • Ich übe solange bis ich’s kann (wenn es mir wirklich wichtig genug ist)
  • Ich starte einfach mal und sehe, wo es mich hinführt
  • Ich kann
  • Ich will
  • Ich darf mir Hilfe, Unterstützung holen
  • Ich traue mir, ich traue mich, ich vertraue mir
  • Ich nehme mir diejenigen als Vorbilder, Mentoren die’s bereits tun (das, was ich so gerne tun oder sein möchte)
  • Was die anderen denken ist deren Angelegenheit

Innere Bremse
Wir Menschen kennen die Vorstellungskraft. Durch sie können wir uns alles, wirklich alles vorstellen. Und immer wieder reizen wir diese "Begabung" aus und malen uns Dinge, die wir z.B. noch nicht kennen viel zu krass aus. Wir zeichnen unser ganz persönliches, inneres Worstcase-Szenario. Wir stellen uns munter vor, was alles schief gehen könnte. Fazit: wir kommen gar nicht erst in die Gänge. Es könnte ja so vieles passieren! Ja könnte! Und so bleiben wir in unseren Rollen hängen, schielen immer wieder zu den anderen, zu jenen die eben können… und wir nicht. Wir beWERTen und verGLEICHen. 

 "Nicht die Dinge selbst beunruhigen den Menschen, 
sondern die Vorstellungen, die er sich von den Dingen macht"
 (Epiktet 50-138 n.Chr.) –

 

"Nicht die Erlebnisse diktieren unsere Handlungsweisen,
sondern die Schlussfolgerungen, die wir aus diesen Erlebnissen ziehen" 
– Alfred Adler 1870 – 1937) –

 

Schlussfolgerungen aus der Kindheit als unsere innere Landkarte
Wir ziehen Schlussfolgerungen aufgrund unserer Erlebnisse basierend der ersten sechs Lebensjahre. Damals prägten wir unseren ganz persönlichen Lebensstil, unseren Charakter, unsere Art und Weise wie wir uns selber, die anderen und das Leben sehen. Es mag ganz hilfreich sein zu wissen, dass das menschliche Gehirn bis zum 6. Lebensjahr nicht in der Lage ist das Erlebte, Gehörte, Gesehene auf Logik und «Wahrheitsgrad» zu überprüfen. Für das Kleinkind ist alles wahr, was es erlebt, hört, sieht. Diese Grundüberzeugungen werden zu Lebensstilüberzeugungen. Zu Lebensgrundeinstellungen. Und die sind im Unterbewusstsein abgespeichert. Das Unterbewusstsein ist unser Motherboard. Unsere Festplatte. Und da wir Menschen zu beinahe 90% über unser Unterbewusstsein funktionieren, bemerken wir nicht, wie sehr wir uns durch die WortWahl selbst entmutigen. Immer und immer wieder. Bekanntlich macht Übung den Meister: und so werden wir immer wie besser im Bestätigen unserer Grundüberzeugungen. Wir kommen gar nicht auf die Idee, diese einmal zu überprüfen. Vielleicht könnte sich das Kleinkind von damals ja geirrt haben und es könnte alles ganz anders sein?! Wer weiss... 

Die Botschaft
STOPPEN 
Sie das BeWERTen und VerGLEICHen. Bleiben Sie bei sich. Jede/r ist gut genug so, wie er/sie ist.
Hören Sie vermehrt positive Musik. Lesen Sie vermehrt positive Geschichten. Umgeben Sie sich vermehrt mit positiven Menschen. Begeben Sie sich vermehrt in positive Umgebung. Entscheiden Sie sich, positiv sein zu wollen. Sprechen Sie vermehrt positiv. Machen Sie sich Ihre WortWahl bewusst indem Sie sich selbst zuhören. Am besten, Sie schreiben sich einmal täglich einige Situationen auf, die Sie tagsüber erlebt haben. Was war da? Wer sagte was? Wie haben Sie selbst gedacht / gesprochen? Wie reden Sie mit sich selber? Und dann formulieren Sie die negativen Worte um. Es gibt immer ein Pendant.

Woran auch immer Sie denken – Sie planen damit Ihr zukünftiges (Er-)Leben
Wenn Sie sich Sorgen machen, planen Sie Sorgen.
Oh je, was da alles schiefgehen kann… hier eine Blamage, da viel Unangenehmes, hier wieder Stress…

Wenn Sie wertschätzend sind, planen Sie Wertschätzung.
Wie gehen Sie mit sich selbst um? Wertschätzend?
Schätzen Sie sich selbst? Beginnen Sie sofort damit! Danke sagen; sich selbst und anderen.

Wenn Sie abwertend sind, planen Sie Abwertung.
Wir können mit anderen und mit uns selbst abwertend sein.
Wen wir nicht gut genug sind, wenn wir «wieder» zu dumm sind um…;
Wenn wir glauben, «es» nicht wert zu sein…
Wollen Sie so mit sich selbst umgehen? Wollen Sie, dass andere so mit Ihnen umgehen?

Wenn Sie freudvoll sind, planen Sie Freude.
Freude am alltäglichen haben. Freude am Leben haben. Freude zeigen.

Wenn Sie ärgerlich sind, planen Sie Ärger.
Sich ärgern löst unweigerlich negative Gefühle aus; und negative Gefühle lösen unweigerlich negative Handlungen aus. Auch die Mimik und Gestik fällt dadurch deutlich negativer aus.

Wenn Sie liebend sind, planen Sie Liebe.
Sich selbst lieb haben wollen. Vor den Spiegel stehen und sagen: «es ist schön, dass es mich gibt; ich bin gerne mit mir unterwegs!»
Liebend zu sein heisst auch, nachsichtig sein, grosszügig mit sich und anderen sein und nicht jede Aussage, Handlung zu bewerten. Nicht alles auf die Goldwaage legen. Jede/r gibt im Augenblick immer sein Bestes.
Und das darf auch gut genug sein.

Wenn Sie planen Sie… was planen Sie?
Wenn Sie singen… was singen Sie?
Wenn Sie sprechen… welche Worte benutzen Sie?
Wenn Sie lesen… was lesen Sie?
Wenn Sie von sich sprechen… wie sprechen Sie von sich?

Sobald Sie beginnen Ihren erMUTIGenden WortSchatz zu erweitern werden sich viele kleine und - wer weiss - vielleicht auch grössere Dinge in Ihrem Leben zu verändern beginnen. Sind Sie bereit dazu?

In: Denken - Fühlen - Handeln 


Tags: worte prägen 

Kontakt

Individualpsychologische Beratung und Coaching für

Barbara Spring <img="Profilbild_Barbara_Spring.jpg" />
Rebenweg 5
3274 Bühl b. Aarberg
+41 79 455 49 64
spring.barbara@gmail.com

Ich freue mich auf Rückmeldungen und darauf, Sie kennen zu lernen!

<img="trustedblogs.jpg" />

Tags

Comment Box is loading comments...